Das Science-Fiction-Magazin »Exodus« verabschiedet sich mit der großen zweiteiligen Jubiläumsausgabe 50.1 und 50.2.
Es warten Storys von Andreas Eschbach, Angela und Karlheinz Steinmüller, Uwe Hermann, Maria Orlovskaya, Michael Marrak, Jacqueline Montemurri und vielen mehr.
Von mir gibt’s direkt zur Eröffnung von Nummer 50.1 die Science-Fiction-Krimi-Kurzgeschichte »Tod zwischen den Sternen«.
Für das große »Exodus«-Finale wollte ich eine besondere Story schreiben, die anders ist als meine SF-Krimis oder meine Climate-Fiction der jüngeren Vergangenheit, und anders als meine Erzählungen für c’t oder Spektrum, was Ton, Umfang und Thema angeht.
So entstand diese Geschichte über die retrofuturistische Privatdetektivin Ash Lennox, die auf einem Kreuzfahrtraumschiff zwischen Mond und Mars in einem brutalen, bestialischen Mordfall an Bord ermittelt. Wenn ihr euch beim Lesen trotz der kybernetischen Bienen, der KI und dem ganzen Rest vom Feeling her stets an Agatha Christie und Sir Arthur Conan Doyle erinnert fühlt, dann ist »Tod zwischen den Sternen« genau so geworden, wie ich mir das erhofft habe.
Auch freut es mich, dass mein Amigo Michael Vogt diesen Beitrag zur letzten »Exodus« aus meiner Feder illustriert hat.
Der Abschied von »Exodus« tut wirklich weh, denn man hat schon das Gefühl, dass da eine Institution geht, und eine Ära zu Ende. Diese Plattform und Umgebung für SF-Storys wird uns künftig definitiv fehlen.
Außerdem waren René und Co. die Ersten, die mit »Galaktische Maßstäbe« 2013 eine SF-Story von mir für ein Magazin angenommen haben (eine meiner wenigen Alien-Storys). Das hat mich damals zu einem wichtigen Zeitpunkt sehr beflügelt, mir wahnsinnig viel bedeutet: Dadurch habe ich Blut geleckt und die Science-Fiction letztlich ernsthaft in mein Portfolio als Autor aufgenommen.
Auch hat es mich immer gefreut, dass René und seine Mitstreiter mir thematisch wie stilistisch komplett freie Hand gelassen haben. Also schrieb ich für »Exodus« neben meinen üblichen SF-Noirs z. B. auch eine Abenteuergeschichte aus Sicht eines Mars-Rovers, eine Erzählung über einen womöglich infizierten Astronauten bei seiner Rückkehr auf die Erde, eine Multiversum-Story mit vielen Parallelwelten, einen Cthulhu-Mythos-Pastiche zwischen H. P. Lovecraft und Robert E. Howard, ein postapokalyptisches Abenteuer zu Ehren von Herbert W. Franke …
Nicht zu vergessen, dass ich für meine 2024 in »Exodus« 48 erschienene Climate-Fiction-Story »Wichtig ist nur, was die Leute glauben« 2025 den Kurd-Laßwitz-Preis für die beste deutschsprachige Erzählung erhalten habe.
Ihr findet meine Storys in den »Exodus«-Nummern 31, 33, 36, 38, 40, 41, 42, 43, 45, 47, 48 und eben 50.1 jetzt. Hier sind sie alle gelistet, zudem die Exodus-Buch-Anthologien bei Hirnkost.
Tja, dann bleibt eigentlich nur noch das galaktisch-große Dankeschön an René Moreau, Hans Jürgen Kugler und Heinz Wipperfuerth. Genießt den Herausgeber-Ruhestand – ich, wir und die deutschsprachige SF-Szene werden euch sehr vermissen!



