Archive for the ‘Lesestapel’ Category

Japanischer Grabräuber

Donnerstag, August 3rd, 2017
Gou Tanabe: H. P. Lovecraft's The Hound and Other Stories, Dark Horse 2017

Gou Tanabe: H. P. Lovecraft’s The Hound and Other Stories, Dark Horse 2017

Seit einigen Jahren veröffentlicht der japanische Comic-Künstler Gou Tanabe in den Manga-Magazinen seiner Heimat schwarz-weiße Panel-Adaptionen der klassischen Weird-Fiction- und Horror-Geschichten des großen H. P. Lovecraft. Auf Englisch ist bei Hellboys US-Heimatverlag Dark Horse unter dem Titel »H. P. Lovecraft’s The Hound and Other Stories« gerade ein erster Taschenbuch-Sammelband mit drei dieser Comic-Storys erschienen, der die Tanabe-Interpretationen von Lovecrafts Erzählungen »Der Tempel« (1920), »Der Hund« (1924) und »Stadt ohne Namen« (1921) enthält.

Das Storytelling der thematisch sinnig zusammengestellten, durchaus überraschenden Grabräuber-Geschichten, welche die Legende von Atlantis ebenso anzapfen wie den Cthulhu-Mythos, ist nicht immer perfekt oder leicht zu durchschauen. Dafür überzeugt Tanabes Gespür für Lovecrafts typische Stimmung und den überdimensionierten, überirdischen Schrecken, die der Genre-Altmeister aus Providence in seinem einflussreichen Schaffen so gekonnt beschworen hat, und die auch der 1975 geborene Tanabe in seinen Manga-Fassungen sehr gut einfängt. Positiv kommt hinzu, dass die ausgewählten Storys über eine deutsche U-Boot-Besatzung, englische Grabräuber in Holland und einen Schatzsucher in der arabischen Wüste keine der üblichen Verdächtigen sind, wenn es um Lovecraft-Adaptionen geht.

Laut Nachwort von »H. P. Lovecraft’s The Hound and Other Stories« sollen bald schon weitere Bände folgen, und eigentlich gibt es zwischen Schreiber & Leser, Cross Cult und Carlsen mittlerweile mehr als genug dem Manga zugeneigte Verlage in Deutschland, die sich Gou Tanabes Lovecraft-Huldigungen mal ansehen könnten.

Denis Johnson (1949–2017)

Samstag, Mai 27th, 2017
Denis Johnson: Jesus' Sohn, Rowohlt, 2007

Denis Johnson: Jesus’ Sohn, Rowohlt, 2007

Der deutsch-amerikanische Schriftsteller Denis Johnson ist im Alter von 67 Jahren gestorben.

Bei dieser Schlagzeile hat’s mich heute Morgen kurz geschüttelt. Nicht, weil ich ein langjähriger Bewunderer gewesen wäre, im Gegenteil, sondern weil ich just letzte Woche zum ersten Mal überhaupt etwas von ihm gelesen habe – nämlich seine berühmte Kurzgeschichtensammlung »Jesus’ Sohn«, die auch verfilmt worden ist, und die mich ziemlich beeindruckt hat.

Das Mängelexemplar der deutschen Hardcover-Ausgabe (ich weiß nicht mal mehr, wo ich’s mitgenommen habe, oder wann) lag ewig und drei Tage hier herum und fiel mir bei jedem Umräumen oder Neusortieren der Stapel ungelesener Bücher – jedes Mal von einer weiteren Schicht Staub bedeckt – in die Hände.

Vergangene Woche hatte ich von der Arbeitslektüre her mal ein bisschen Luft, wollte jedoch keinen Roman anfangen, und da lag die Sammlung zufälligerweise wieder ganz oben auf einem kürzlich umgesiedelten, provisorisch errichteten Buchstapel; also hab ich kurzerhand die Staubschichten abgewischt und einfach vor dem Schlafengehen immer drei, vier Storys gelesen.

Johnsons episodenhafte Junkie/Krimi-Kurzgeschichten in »Jesus’ Sohn« haben fast 25 Jahre auf dem Buckel und wollen in ihrer Abgefahrenheit eigentlich gar nicht vollständig Sinn ergeben. Trotzdem sind sie ganz fein geschrieben und genüsslich zu lesen, selbst wenn man sie nie ganz ergründen kann oder sortiert kriegt in ihrer Chronologie und Sprunghaftigkeit.

 

Guy Delisle: Geisel

Samstag, März 18th, 2017
Guy Delisle: Geisel, Reprodukt 2017

Guy Delisle: Geisel, Reprodukt 2017

Im Jahre 1997 wurde der Franzose Christophe André, der für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen im Kaukasus tätig war, mitten in der Nacht aus einem Haus entführt und verschleppt. Mehr als drei Monate verbrachte er als Geisel tschetschenischer Separatisten, wobei er einen Großteil der Zeit mit Handschellen in einen kargen Raum ohne Fenster gefesselt war.

In seiner neuesten Comic-Reportage »Geisel«, die gerade bei Reprodukt auf Deutsch erschienen ist und fort geht vom autobiografischen Konzept seiner letzten erfolgreichen Panel-Werke, nutzt der international gefeierte Kanadier Guy Delisle über 400 stark dekomprimierte Seiten, um aufgrund von Gesprächen mit André dessen Geschichte nachzuerzählen und seine Zeit als Geisel zu schildern.

Das Ergebnis ist ein wahrer Klotz von einem Comic mit eher reduzierten Darstellungen und einer unheimlich dichten Geschichte über Monotonie, Unwissenheit, Isolation, Klaustrophobie, Hilflosigkeit, Demütigung, Zweifel und das Spiel mit der Hoffnung; eine eindringliche und fesselnde Bildergeschichte, die erst lange von ihrer meisterhaften Beherrschung des grafischen Mediums sowie ihrer Intimität und Intensität lebt, und am Ende dann von ihrer Spannung.

Tom Bouman: Auf der Jagd

Dienstag, März 14th, 2017
Tom Bouman: Auf der Jagd, Ars Vivendi, 2017

Tom eouman: Auf der Jagd, Ars Vivendi Verlag 2017

Tom Boumans Romandebüt »Auf der Jagd« – im amerikanischen Original »Dry Bones in the Valley« – entführt seine Leser nach Pennsylvania, genauer gesagt in die Appalachen.

Kleinstadtpolizisten wie Ich-Erzähler Henry Farrell wissen, dass sie es in dieser Gegend mit einem besonderen Schlag Menschen zu tun haben und nach ebenso besonderen Regeln vorgehen müssen, damit sie mitten im Nirgendwo nicht einfach eine Kugel durchs Handbuch und ins Herz gejagt kriegen. Die störrischen Einwandererfamilien in den Hügeln waren schon lange vor den Fracking-Türmen hier, und selbst wenn die jüngste Generation mit Meth-Labors und Quad Bikes aufgewachsen ist, dreht sich doch noch immer viel um Tradition, Stolz sowie alte Fehden und Sünden.

Officer Farrells Mörderjagd durch die ausgedehnten Sümpfe, Wälder und Hügel folgt daher einem eigenen Rhythmus, und das gilt auch für Tom Boumans starken Krimi-Roman. Der lebt von der Nähe zu seinem sympathischen Protagonisten, der urigen Landschaft und ihren Bewohnern, der gewandten Sprache und dem Konflikt zwischen Vergangenheit und Fortschritt jeder Art.

Der Edgar Award für das beste Debüt, der LA Times Book Prize und das Lob von Genre-Veteran Joe R. Lansdale aus dem Süden gehen also mehr als in Ordnung!

Okko: Das Buch der Leere

Samstag, Februar 11th, 2017
Hub: Okko Bd. 5 – Das Buch der Leere, Carlsen 2017

Hub: Okko Bd. 5 – Das Buch der Leere, Carlsen 2017

Der 1969 geborene Humbert Chabuel alias Hub arbeitete bereits Ende der 90er mit Moebius und Jean-Claude Mézières am Design von Luc Bessons Science-Fiction-Film »Das fünfte Element«. Anschließend führte ihn der Weg des kreativen Kriegers ins Umfeld von Videogames, Werbung und Fernsehen.

In Sachen Comics zeichnete Hub u. a. den Euro-Manga »Kazandou«; 2005 startete er dann seine Samurai-Fantasy-Saga »Okko«, die ihn über ein Jahrzehnt lang beschäftigen sollte. Bei Carlsen ist unter dem Titel »Das Buch der Leere« soeben das fünfte, finale großformatige Album der Serie erschienen, die nach Höhen und Tiefen mit einem starken Band endet.

Denn der Schwertkämpfer und Geisterjäger Okko, dessen kleine Schar lange genug durch das vom feudalen Japan inspirierte Königreich Pajan streifte, macht Schluss. Auf dem Weg in das Kloster, in dem der Ronin seinen Lebensabend verbringen soll, wird die Geschichte seiner Herkunft erzählt – der gewohnt stilsicher gezeichnete und kolorierte Abschlussband präsentiert neben dem Schlussakkord der Serie also vor allem Okkos düstere Origin.

Während Hub zeigt, wie aus einem jungen Adeligen ein herrenloser Samurai und Dämonenjäger wurde, lüftet er alle Geheimnisse, die seit dem überragenden ersten Album auf ihre Enthüllung gewartet haben. Herzen und Knochen brechen, Blut und Hirnmasse spritzen, Masken fallen, und am Ende bleiben keine Fragen offen.

Sayonara, Okko.

Renato Jones: The One%

Dienstag, Januar 31st, 2017
Kaare Andrews: Renato Jones: The One% Season One, Image 2017

Kaare Andrews: Renato Jones: The One%, Image 2017

Den kanadischen Comic-Künstler Kaare Kyle Andrews kennt man vor allem für Werke wie die düstere Zukunftsvision »Spider-Man: Das Regime«, »Spider-Man/Dr. Octopus: Das Erste Jahr« und »Iron Fist: The Living Weapon«. Zuletzt startete das Multitalent mit »Renato Jones: The One%« eine neue eigenständige Serie, die er erfunden hat, schreibt, zeichnet, koloriert und besitzt. Dieser Tage ist der erste US-Sammelband beim Image Verlag zum Schnupperpreis erschienen.

Titelheld Renato Jones gehört zu den Reichen und Schönen, doch das ist nur eine Lüge und ferner bloß Fassade. In Wahrheit ist er nämlich der maskierte Vigilant namens Freelancer und macht in Anzug und Krawatte unerbittlich Jagd auf die gierigsten, dekadentesten und skrupellosesten Vertreter der Oberschicht – auf das eine Prozent an der Spitze der Nahrungskette, dem mehr als die Hälfte der Welt gehört, und das übervorteilt, ausbeutet, knechtet, foltert, vergewaltigt und zerdrückt. Renatos Kreuzzug gegen die hemmungslose, völlig außer Rand und Band geratene Oberklasse der Gesellschaft konfrontiert ihn zugleich mit Gegnern, die dank neuester Technik per Knopfdruck am Handgelenk fünfmal mehr Muskelmasse haben als kurz zuvor, gefährlichen Pleasure-bots und einem verrückten Superkiller …

In »Renato Jones: The One%« zieht Kaare Andrews beim Thema Klassenkampf so richtig vom Leder – und sein hasspredigender reicher Präsidentschaftskandidat war wohl nicht aus der Luft gegriffen. Zeichnerisch vermischt Andrews wie üblich Einflüsse aus der Indie-Szene und dem Manga, die er diesmal regelmäßig durch großartige bunte und schwarz-weiße Seiten ergänzt, die direkt aus Frank Millers Meisterwerken »Sin City« und »Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters« entsprungen zu sein scheinen. Das entbirgt nicht einer gewissen Ironie angesichts der wütenden, brutalen Story um einen Rächer mit Occupy-Gesinnung und Millers abwertenden Aussagen über die Bewegung vor fünf, sechs Jahren. Sei’s drum, spektakulär sieht das Ganze allemal aus.

Auch sehr cool: Den Umschlag des Sammelbandes zieren vorne und hinten die Botschaften The Super Rich Are Super F***ed und Let Them Come For Me / Let Them Eat Me Whole / And Let Them Choke, deren klotzige Lettern dank Spotlack nur im richtigen Licht schimmern.

Hoffentlich dauert es bis zur zweiten Season nicht so lange.

Monster! Und andere Geschichten

Donnerstag, Januar 26th, 2017
Gustavo Duarte: Monster! Und andere Geschichten, Panini 2017

Gustavo Duarte: Monster! Und andere Geschichten, Panini 2017

Nachdem ich für Panini zunächst die »Superhelden-Arbeiten« des brasilianischen Zeichners Gustavo Duarte in »Bizarro« und »Rocket Raccoon« als Redakteur betreut habe, präsentieren Alex Bubenbeimer und die Kollegen in Stuttgart nun Duartes eigenständigen Comic-Band »Monster! Und andere Geschichten«.

Darin enthalten sind drei lange fantastische Panel-Erzählungen von Mr. Duarte, die ohne ein einziges Wort auskommen. In den dreifarbig angelegten Geschichten des 1977 geborenen Cartoonisten wird ein Schweinefarmer durch eine Alien-Entführung im wahrsten Sinne des Wortes verwandelt; ein alter, in okkulten Dingen bewanderter Angler tritt gegen riesige Kaiju-Monster aus der Tiefsee an, die seine Stadt angreifen; und zwei Bürovögel flüchten panisch vor dem Sensenmann.

Dabei beweist der von Charles M. Schulz, Bill Watterson, Will Eisner, Al Hirschfeld und anderen beeinflusste Duarte, dass auch er ein Meister des stummen, nichtsdestotrotz aussagekräftigen und schwungvollen grafischen Erzählens ist.

Die deutsche Hardcover-Ausgabe hat ein eigenes Cover und enthält neben einem Vorwort von Sergio Aragonés noch einen exklusiven Anhang mit Interview und Skizzen.

Tommi Musturi: Sozusagen Samuel

Dienstag, Januar 17th, 2017
Tommi Musturi: Sozusagen Samuel, Reprodukt 2016

Tommi Musturi: Sozusagen Samuel, Reprodukt 2016

Nach »Unterwegs mit Samuel« von 2010 schickt der finnische Künstler Tommi Musturi sein merkwürdiges Geisterwesen in »Sozusagen Samuel« ein weiteres Mal auf eine mächtig assoziative, nur bedingt packende Reise.

In deren immer seltsamen und stummen, öfter sogar mal sexuellen Episoden scheint Musturi vor allem die darstellerischen Möglichkeiten des wortlosen Comic-Storytellings in alle Richtungen auszuloten und auszuprobieren. Frei nach dem Motto: Was könnte man denn heute Verrücktes zeichnen, und zerknetet man dabei die Zeit, den Raum, die Fantasie, das Narrative, oder am Besten gleich alles zusammen?

Ein merkwürdiger, bizarr-bunter Comic-Trip aus dem Heimatland der trolligen Mumins, auf dem Samuel zeitweise sogar von Tims treuem vierbeinigen Gefährten Struppi begleitet wird.

Echt eigenartig. Sozusagen.

Bruce Sterling: Pirate Utopia

Mittwoch, Januar 11th, 2017
Bruce Sterling: Pirate Utopia, Tachyon Publications 2016

Bruce Sterling: Pirate Utopia, Tachyon Publications 2016

Seit einigen Jahren lebt der 1954 geborene Amerikaner Bruce Sterling, der neben William Gibson zu den Pionieren des Cyberpunk gehört, im texanischen Austin, im kroatischen Belgrad und im italienischen Turin. In seiner Novelle »Pirate Utopia«, die mit einem Vorwort von Warren Ellis als Hardcover und E-Book bei Tachyon Publications erschienen ist, wendet Sterling sich also ganz bewusst der Italienischen Regentschaft am Quarnero bzw. dem Freistaat Fiume zu, der in den 1920ern nach dem Ersten Weltkrieg kurzzeitig existierte.

Sterling macht ihn in seinem Alternativwelt-Szenario zu einem Utopia für Futuristen, die an eine neue sozialistische Weltordnung für das 20. Jahrhundert glauben und sie am liebsten allein mit ihrer Kunst und ihren Gedichten heraufbeschwören würden. Nur wenige – wie der Piraten-Ingenieur Lorenzo Secondari – wissen, dass es für solche Kursänderungen Torpedos braucht, die idealerweise fliegen, und am Besten noch tödliche F-Strahlen.

Dabei präsentiert das von Michael Moorcock, Nick Mamatas, Lavie Tidhar, James Morrow, Alastair Reynolds und anderen Genre-Größen in höchsten Tönen gelobte »Pirate Utopia« eine Art Dieselpunk-Parallelwelt: Adolf Hitler wird in einem Nebensatz gekillt, H. P. Lovecraft und Robert E. Howard arbeiten für den amerikanischen Oberspion/Bühnenmagier Harry Houdini und werben für das Manhattan Project, und auch sonst ist alles ganz kurios. Nie hundertprozentig zwingend, aber immer kurios, und immer mächtig ironisch.

Den Schlüssel zur Geschichte gibt es allerdings erst im Anhang, der aus einem Nachwort des Autors und Redakteurs Christopher Brown, einer Nachbemerkung des treffsicheren Illustrators John Coulthart und vor allem einem langem Interview mit Bruce Sterling selbst besteht. In diesem Interview ordnet er »Pirate Utopia« als seinen umfeldbedingten Beitrag zum italienischen Sujet der fantascienza ein – und als allegorische Warnung, die im grotesk verzerrten Spiegelbild der Alternativwelt und der Alternate History zeigen soll, wie sehr die heutige Politik ihren Bezug zur Wirklichkeit verloren hat, wie leicht sich extreme politische Ideologien vermischen können, und wie heftig die Menschen nach individuellen Lebensmodellen und Lösungen suchen.

Kein einfaches Buch, sogar ein äußerst merkwürdiges Buch, aber auch ein unbestreitbar außergewöhnliches und cooles, herrlich durchgestyltes Buch, das besonders als Hardcover einiges hermacht.

Chuck Palahniuk: Jetzt bist du dran!

Sonntag, Dezember 18th, 2016
Chuck Palahniuk: Jetzt bist du dran!, Festa, 2016

Chuck Palahniuk: Jetzt bist du dran!, Festa 2016

Hierzulande erschien von US-Autor Chuck Palahniuk, der die anarchistische Buchvorlage zum gut gealterten Kultfilm »Fight Club« schrieb, zuletzt lediglich die wirre Comic-Fortsetzung zu seinem bekanntesten Werk. Nun aber gibt es endlich mal wieder ein neues Buch von Palahniuk auf Deutsch: Bei Festa kam als Auftaktband der neuen Reihe Must Read Palahniuks Kurzgeschichtensammlung »Jetzt bist du dran! Unvergessbare Geschichten« als E-Book und als toll aufgemachtes Hardcover mit Blickfang-Cover heraus.

Die über 20 Storys sind typisch Palahniuk und auch für den – sicherlich reinhauenden – Erstkontakt geeignet. Bei aller Themenvielfalt haben die heftigen eigenständigen Kurzgeschichten und die lose miteinander verknüpften modernen Tierfabeln im Band eines gemeinsam: Der 1962 geborene Mr. Palahniuk drischt wie gewohnt mit der zynischen Keule auf die moderne Gesellschaft und den Zeitgeist drauf. Entsprechend krass, drastisch, tabulos, fies, ekelig und ungebremst sind seine Storys über Defibrillator-Zombies, mörderische Burning-Festivals, verseuchten Körperschmuck oder rassistische Callcenter-Anrufe.

Trotz zahlreicher Grenzüberschreitungen, die zu seiner schreiberischen Identität und seinem Sound dazugehören, haben die Erzählungen des Amerikaners jedoch stets eine hohe handwerkliche Qualität und literarische Güte.

»Jetzt bist du dran!« ist als sehr ordentliche Übersetzung von „Make Something Up: Stories You Can’t Unread“ aus dem Jahre 2015 eine deutsche Erstveröffentlichung – und eine richtig coole und lesenswerte Sammlung.

Neu:

Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen

Backlist:
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