Archive for the ‘Rezension’ Category

Wednesday Comic: Stray Bullets

Donnerstag, Oktober 18th, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch an jedem Mittwoch, an dem meine Deadlines es zulassen, einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Noir-Highlight since 1995

»Stray Bullets«, El Capitan @ Image Comics

»Stray Bullets«, El Capitan @ Image Comics

Wenn mich jemand fragen würde, wie David Laphams schwarz-weiße Comic-Serie »Stray Bullets« storytechnisch einmal angefangen hat, oder wie genau alle Figuren wirklich jederzeit zusammenhängen … ich würd’s nicht mal mehr dann auf die Reihe kriegen, wenn mir Spanish Scott eine Knarre an den Kopf hielte.

Aber ich könnte jederzeit im Brustton der Überzeugung sagen, dass ich jeden neuen Sammelband von Laphams unglaublich gut gemachter und irre spannender, von heftigen Gewaltexplosionen durchzogener Noir-Krimi-Serie stets mit großer Begeisterung für das handwerkliche Können und das gezeigte Genre-Verständnis lese, und dass der Geschichte die jahrelange Pause kein bisschen geschadet hat (nur manche der Any Racecar-Intermezzos stellen meine Geduld etwas auf die Probe, aber das war schon von Anfang an so).

Ob die ursprüngliche »Stray Bullets«-Saga oder die aktuell laufende Fortführung »Stay Bullets: Sunshine & Roses«: David Laphams Noir-Epos ist richtig guter Stoff. Gibt’s allerdings nur auf Englisch, und wird wohl leider auch so bleiben, weil es einem mutigen Verlag auf Deutsch vermutlich schauderhafte Verkaufszahlen einbringen würde. Obwohl es z.B. gut neben »Strangers in Paradise« bei Schreiber & Leser passen würde …

Wednesday Comic: Mystik U

Mittwoch, August 22nd, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Zatanna auf der Zaubererschule

Mystik U TPB, DC 2018

Mystik U TPB, DC 2018

Alisa Kwitney schrieb schon einige Comics aus dem »Sandman«-Universum von Neil Gaiman, die Mädels-Graphic-Novel »Token« mit Joelle Jones und Romane wie »Mein Mann, der Klempner und ich« (sic & autsch).

Ihre neueste Arbeit ist »Mystik U«, eine dreiteilige Comic-Miniserie, die von DC in den USA bereits als Sammelband zusammengefasst wurde.

Mit tatkräftiger Unterstützung von Zeichner Mike Norton (»Revival«, »Lil’ Donnie«) verpflanzt Kwitney die Rückwärtszauberin Zatanna als Jugendliche in ein Taschenuniversum, wo Z mit Faust Jr., dem unerfahrenen Sargon, der jungen Enchantress aus Suicide Squad und anderen Magischhochbegabten auf eine Zauberer-Akademie geht, die u. a. von Rose Psychic un Dr. Occult überwacht wird. Das alles dient dem Zweck, herauszufinden, wer von ihnen ein alles vernichtendes Übel in die Welt entlassen wird …

Wie Kwitney und Norton Zatanna und ihre Freunde an der außergewöhnlichen Schule in Szene setzen, weiß zu gefallen. Kwitney trifft den Ton, ist sich des Vertigo-Erbes der verjüngten Figuren bewusst und befolgt die Regeln des Zaubererschulen-Subgenres.

Die größte Schwäche der Miniserie ist, dass das Konzept im Stile von Gotham Academy für mehr Kapitel hätte herangezogen werden müssen. Drei läppische Episoden reichen nicht, um alle Stärken auszuspielen – und erst recht nicht, um den Spirit der Story zu etablieren und, kaum das man sich an der Schule wohl fühlt, mit einem schnöden, überhasteten Endkampf in die Ferien geschickt zu werden.

In »Mystik U« hätte viel mehr Potential gesteckt.

Doch da ist dann wohl der Serienneustart von Justice League Dark um Zatanna dazwischen gekommen.

Wednesday Comic: Tyler Cross: Miami

Mittwoch, August 15th, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Parkers Erben

Tyler Cross: Miami, Carlsen 2018

Tyler Cross: Miami, Carlsen 2018

Unglaublich, aber wahr: Die Tyler Cross-Alben von Vielschreiber Fabien Nury, Zeichner Brüno und Koloristin Laurence Croix werden mit jedem Band noch etwas besser.

Im druckfrischen dritten Album »Miami« verschlägt es den knallharten Berufsverbrecher im Anzug nach Miami, wo er einem Baulöwen das große Geld aus einem Schwindel abluchsen will. Das fängt mit Beton an und endet, natürlich, in Blei und Blut.

Nurys kriegt Story, Ton, Tempo und Wendungen auf knapp 100 Seiten perfekt hin, während die visuelle Stilisierung des Ganzen durch Brüno und Croix nach wie vor als etwas Besonderes herausragt.

Deshalb sind sie und ihr Ganove auch die legitimen Nachfolger von Donald Westlake (alias Richard Stark) und seinem Antihelden Parker.

Muss man lesen, wenn man Gangster-Krimis mag.

Wednesday Comic: Bug! The Adventures of Forager

Mittwoch, August 1st, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Kirby-Craziness & Allred-Pop

Bug! TPB, DC Young Animal, 2018

Bug! TPB, DC Young Animal, 2018

Noch mal DCs Young Animal-Imprint unter der kreativen Aufsicht von Gerard Way.

Den amerikanischen Pop-Art-Zeichner Mike Allred muss man einfach kennen und lieben: Für »X-Statix« mit Peter Milligan, das als TV-Serie adaptierte »iZombie« mit Chris Roberson, die Aushilfs-Fantatic Four in »FF« mit Matt Fraction, »Silver Surfer« mit Dan Slott – oder für seinen eigenen Helden Madman. Als nächstes wird er sich übrigens um Dick Tracy kümmern.

Mit seinem Bruder/Autor Lee und seiner Ehefrau/Koloristin Laura hat Doc Allred zuletzt aber erst mal »Bug! Adventures of the Forager« inszeniert, eine bunte, verrückte und unterwegs etwas anstrengende Würdigung von Jack Kirby und seinem verwirrten Neuen Gott, der sich für einen Käfer hält.

Dabei bringen die Allreds sogar Kirbys originalen Forager zurück, den Thanos-Schöpfer Jim Starlin und Hellboy-Vater Mike Mignola 1988 in ihrer Miniserie »Cosmic Odyssey« sterben ließen.

Das Ergebnis: Viel Kirby-Craziness mit Sandman, Deadman und dem Manhunter als Gaststars – und am Ende zwar zu viel des Guten, aber für Fans von Kirby und Allred zum Aushalten und Schmunzeln.

Wednesday Comic: Cave Carson Has A Cybernetic Eye

Mittwoch, Juli 25th, 2018

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Heldenhafter Höhlenforscher

Cave Carson Has A Cybernetic Eye Vol. 1, DC 2017

Cave Carson Has A Cybernetic Eye Vol. 1, DC Comics 2017

1960 debütierte Cave Carson bei DC Comics als heldenhafter Höhlenforscher und Abenteurer im Schatten von Jack Kirbys Challengers of the Unknown.

Der frühere My Chemical Romance-Frontmann Gerard Way (»Umbrella Academy«), Co-Autor John Rivera und Ausnahmezeichner Michael Avon Oeming (»Powers«) haben die Figur unter dem Young Animal-Label nun gewissermaßen neu erfunden und noch deutlicher in Richtung Science-Fiction ausgerichtet.

Die ersten beiden US-Sammelbände der bunten Serie »Cave Carson Has A Cybernetic Eye« versprühen einen Vibe, der den King of Comics Kirby, Edgar Rice Burroughs, H. P. Lovecraft und Grant Morrison gleichermaßen remixt. Ziemlich abgedrehtes Zeug ist das, in das Way und Co. auch noch den Antihelden Wild Dog reinwerfen, der zuletzt in er TV-Serie »Arrow« aufgegriffen worden war.

Schade, dass es etwas zu viel wird, als sich die Handlung nach Supermans Gastauftritt in Heft 7 von 12 aus dem außerirdisch wirkenden Untergrund in die Parallelwelten des Multiversums verlagert, denn in der ersten Hälfte macht die pulpige, bunte Auftaktgeschichte durchaus Spaß.

»Mother Panic« bleibt also die stärkste Serie unter Ways wildem Label, aber der alte Höhlenforscher Cave Carson ist spannender und cooler, als erwartet.

Wednesday Comic: Ein Mann – Ein Abenteuer 1

Mittwoch, Juli 18th, 2018

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Mounties und Macumba

»Ein Mann ein Abenteuer 1«, Schreiber & Leser 2018

»Ein Mann ein Abenteuer 1«, Schreiber & Leser 2018

Der Verlag Schreiber & Leser arbeitet sich nicht nur durch eine Neuausgabe von Hugo Pratts abenteuerlichem Comic-Klassiker »Corto Maltese«, der Frank Miller genauso beeinflusste wie Mike Mignola oder Eduardo Risso. Mit dem frisch erschienenen Album »Ein Mann – Ein Abenteuer 1: Jesut Joe • La Macumba del Gringo« liegt nun auch noch ein Band vor, der zwei von Pratts Beiträgen zur berühmten italienischen Reihe »Un uomo un’avventura« sammelt, die in den 70ern entstanden.

Die erste überraschend blutige Geschichte widmet sich dem kanadischen Ureinwohner Jesuit Joe, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts wie eine Laune des Schicksals durch den Norden unter dem Schutz der Mounties lügt und mordet. »Jesuit Joe« wirkt wie eine konsequente, drastische Opfergabe an Jack London, den Cortos Schöpfer als Autor verehrte. Dass Pratts skizzenhafte Storyboards zur späteren Verfilmung die ursprüngliche Panel-Story hinterher ergänzen und so weit wie möglich fortführen, stört kein bisschen.

Die zweite Story, die im fiebrigen, abergläubischen Brasilien übernatürliche Macumba-Magie, weltliche Kriege und fleischliche Gelüste miteinander verbindet, ist ungeheuer stark und sexy gezeichnet – aber auch ungeheuer verwirrend, was Personal und Plot angeht. Wer schon Probleme hatte, der einen oder anderen surrealistischen Corto-Episode zu folgen, wird sich an »La Macumba del Gringo« erst recht die Zähne ausbeißen.

Vermutlich wäre ein dünnerer Band mit allein dem brutalen Streifzug von Jesuit Joe, wie er kürzlich in den USA veröffentlicht wurde, die bessere Wahl gewesen. Andererseits freuen sich Pratt-Komplettisten über jedes Stück und jede Rarität. Im Februar folgt ein zweiter Band mit »Westlich von Eden« und »Svend«.

Wednesday Comic: Hellblazer Vol. 18: The Gift

Mittwoch, Juli 11th, 2018

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Constantine at his best

Hellblazer Vol. 18, DC Vertigo 2018

Hellblazer Vol. 18, DC Vertigo 2018

Dank der neuen amerikanischen »Hellblazer«-Sammelbände kann man als Neuleser gar nichts falsch machen und eine der besten Horrorcomic-Serien aller Zeiten chronologisch in 300-Plus-Seiten-Wälzern auf genau dem richtigen Papier genießen. Als Hardcore-Fan kann man wiederum noch mal alle Comics über den zynischen Okkultisten John Constantine zum zweiten oder dritten Mal goutieren.

Allerdings wundert man sich dann vielleicht, dass man fast vergessen hat, wie gut der Run des englischen Autors Mike Carey war. Warum eigentlich? Careys »Hellblazer«-Saga, die ursprünglich zwischen 2002 und 2007 erschien, hatte wirklich alles, was gute Geschichten über den kettenrauchenden, hoch pokernden Trickser im Trenchcoat brauchen. 

Mike Carey kennt man primär für die »Sandman«-Forsetzung »Lucifer«, deren sehr freie TV-Adaption im Sommer dankenswerterweise von Netflix gerettet wurde, für allerhand Comics mit den X-Men, für seine eigene referenzreiche Fantay-Serie »The Unwritten« und für den ungewöhnlichen Zombie-Roman »The Girl with all the Gifts«, der verfilmt wurde.

Im 18. »Hellblazer«-Trade »The Gift« lässt Carey seinen Antihelden gegen dessen dämonische Familie antreten, was den Run auf seinem Höhepunkt  mit den Anfängen von Constantines erster Soloserie unter Autor Jamie Delany und der Bluttransfusion durch Satans finsteren Diener Nergal verknüpft. Doch auch Gemma, Chaz, Constantines böser Zwilling, der Teufel höchstpersönlich und sogar Swamp Thing haben ihre Momente. Und wie Zeichner Leonardo Manco Constantines neuerlichen Trip in die Hölle visualisiert, ist einfach der Hammer, während Giuseppe Camuncoli und Frazier Irving als Gastzeichner den kreativen Luxus verdeutlichen, der den Vertigo-Klassiker viele Jahre lang kennzeichnete.

Kürzlich ging es hier um den perfekten Sommer-Comic. Hier hätten wir nun den perfekten »Hellblazer«-Comic. Das Titelbild stammt übrigens von John »Hitman« McCrea.

 

Wednesday Comic: Wolfskin

Mittwoch, Juni 27th, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Brutale Conan-Parodie

Wolfskin TPB 1, Avatar, 2009

Wolfskin TPB 1, Avatar, 2009

Wie Alan »Watchmen« Moore, hatte auch Warren »Planetary« eine Phase, als er jede Menge eigenständige Panel-Werke beim US-Verlag Avatar veröffentlichte, der für möglichst harte, heftige und ekelige Comics wie »Crossed« berüchtigt ist, die sich gern weit hinter der Grenze des guten Geschmacks aufstellen.

Einer der entsprechend brutalen und blutigen Titel, die Ellis damals vorlegte, war »Wolfskin«, eine ultragewalttätige Fantasy-Satire und Parodie auf Robert E. Howards Conan. Im ersten Paperback, das Avatar 2009 herausgebracht hat, ist die komplette dreiteilige Miniserie von Ellis und dem spanischen Zeichner und Gore-Spezialisten Juan José Ryp enthalten, und wenn man sich drauf einlässt, ist die zwar dünn, aber schon ziemlich witzig.

Umso bedauerlicher, dass Ellis’ »Gravel«-Kumpel Mike Wolfer als Autor im ersten Band noch eine ganz passable Einzelgeschichte hinbekommt, es in der Miniserie im zweiten Trade »Wolfskin: Hundreth Dream« dann jedoch so böse vermasselt, dass es weh tut. Bei Wolfer wandert der nordische Krieger im Wolfsfell, der durch schwarze Pilze zum Berserker wird und seinem Gott gegenübertritt, nämlich mit ein paar neuen Gefährten durch die Gegend, die nur am philosophieren sind. Gähn.

Man braucht also definitiv nur den ersten Band mit der Mini von Ellis und Ryp, in dem ja auch wirklich genügend Körperteile fliegen und genügend Eingeweide spritzen.

Wednesday Comic: Checkmate by Greg Rucka

Mittwoch, Juni 20th, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Super-Spione

Checkmate by Greg Rucka Book 2, DC 2018

Checkmate by Greg Rucka Book 2, DC 2018

US-Autor Greg Rucka kennt man für »Batman: Niemandsland«, »Detective Comics«, »Batwoman«, »Wolverine«, »Wonder Woman«, »Queen & Country«, »Whiteout«, »Gotham Central« und »Lazarus« – und man würde durchaus noch mehr starke Titel aus seiner Feder finden, wenn man es drauf anläge, diese Aufzählung noch länger machen zu wollen.

Zwischen 2007 und 2008 schrieb Rucka außerdem »Checkmate«, das DC jetzt in zwei dicken Paperbacks (Book One, Book Two) mit Artwork von Zeichnern wie Joe Bennett, Jesus Saiz und sogar Chris Samnee gesammelt hat. Rucka nutzte damals den Umstand, dass DC mit den Events »Infinite Crisis« und »One Year Later« mal wieder seine Kontinuität bereinigt hatte und vielen Figuren einen neuen Status quo ermöglichte. Für Rucka hieß das, dass er die ursprünglich 1988 eingeführte Checkmate-Organisation, wie die Suicide Squad eine Abteilung von Task Force X, mit bekannten und frischen Versatzstücken neu ausrichten konnte.

Komplexe Strukturen herrschen innerhalb des Super-Geheimdienstes, in dem Amanda Waller, Mr. Terrific, Sasha Bordeaux und andere in einer nach Schachfiguren benannten Doppel-Hierarchie das Sagen haben. Während die menschlichen und übermenschlichen Agenten im Feld gegen den Kobra-Kult, Bane und andere antreten müssen, ist die interne Politik von Checkmate für die brisanten Missionen so diktierend wie die geopolitische Interaktion mit dem Rest der Welt. Als Gaststars tauchen Rick Flag, Nightwing und die Outsiders, Batman sowie Superman auf.

Rucka fordert seinen Leser in »Checkmate« ganz schön, doch die Belohnung fällt groß aus. Die anspruchsvolle Superhelden-Spionage-Saga aus dem DC-Universum darf als Geheimtipp bezeichnet werden, und zwar selbst für Rucka-Fans. Denn egal wie lange man eine Auflistung mit Ruckas Werken machen würde – »Checkmate« dürfte so gut wie nie genannt werden.

Wednesday Comic: The Punisher Invades the ’Nam

Mittwoch, Juni 13th, 2018

Ich will meinen sträflich vernachlässigten Blog wiederbeleben. Keine Ahnung, ob ich es durchhalte und zeitlich hinkriege, aber der Plan ist, ein paar neue Rubriken einzuführen und regelmäßig zu befüllen. Mittwochs soll fortan immer einer der Comics drankommen, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag zu sein für diese Texte …

»Punisher Invades the 'Nam«, Marvel 2018

»Punisher Invades The ‘Nam«, Marvel 2018

Frank Castle in Vietnam

Garth Ennis war nicht der Erste, der Frank Castles Zeit als Soldat in Vietnam schilderte. Zwischen 1986 und 1993 widmete Marvel dem Vietnamkrieg eine eigene Comic-Serie, die sich ebenso unterhaltsam wie kritisch mit dem militärischen Desaster in Südostastien ausandersetzte. Anfang der 90er schaute sogar der Punisher ein paar Mal als Protagonist in »The ’Nam« vorbei, und die Kreativen zeigten u. a. Castles ersten Einsatz, sein intensives Duell mit einem Scharfschützen des Vietkong, seine Konflikte mit korrupten Offizieren und einen brutalen Kampf mit einem unmenschlichen Kriegsverbrecher.

Die entsprechenden Storys schrieben u. a. Vietnam-Veteran Don Lomax und Punisher-Veteran Chuck Dixon. Letzterer ließ die ’Nam-Geschichten schließlich wenige Jahre später in die von ihm betreuten Soloserien des Bestrafers einfließen – u. a. auf einer Mission des Punishers und eines anderen dekorierten Soldaten aus »The ’Nam«, die sich in den Wäldern der USA mit rechten Extremisten anlegen; und in einer Südamerika-Mission mit Frank und dem Hacker Micro, die der legendäre Big John Buscema phänomenal gezeichnet hat.

»The Punisher Invades The ’Nam« ist ein 350 Seiten starker Sammelband für Fans von Marvels Punisher und von reißerischen, aber eben doch guten, nicht zu verklärten Kriegscomics. Ein wirklich cooles, handwerklich stets solide bis sehr gut gemachtes Stück Punisher- und Kriegscomic-Geschichte.

Schade, dass »The ’Nam« bisher nicht vollständig in Trades vorliegt.

Neu:

Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen

Backlist:
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