Tom Gauld: Baking with Kafka

Tom Gauld: Baking with Kafka, Drawn & Quarterly 2017

Tom Gauld: Baking with Kafka, Drawn & Quarterly 2017

Nach »You’re All Just Jealous Of My Jetpack« aus dem Jahr 2013 ist nun endlich ein neuer Best-of-Band mit den brillanten, geistreichen Comicstrips des schottischen Cartoonisten Tom Gauld erschienen. Die meisten zeichnerisch stark vereinfachten und reduzierten Einseiter in »Baking with Kafka« stammen aus dem »Guardian«, ein paar aber auch aus dem »New Yorker« und der »New York Times« – und es ist in jedem Fall immer wieder beeindruckend, wie wenig der 1972 geborene Gauld braucht, um viel Gehalt, Hintersinn und Witz in seine wirkungsvollen Comic-Gags zu packen.

In denen widmet er sich der klassischen Literatur, der Geschichte, dem Schreiben, Lesen und Publizieren, der Leidenschaft für Bücher, der Entwicklung zu E-Readern, der Fantasy, James Bond, und natürlich der Science-Fiction und der Zukunft: Zeitreisenden Historikern, den nicht erfolgreichen Kinderbüchern von J. G. Ballard, der Verbindung zwischen der Feen-Wiederansiedlung in 2014 und der Drachenplage in 2023, dystopischen Straßenschildern, Smartphones in »MacBeth«, »Robinson Crusoe« und »Dracula«, der Skelett-Apokalypse, einem Regenspaziergang im fernen Jahr 2513, den Nano-Bibliotheken von Morgen, Gedenk-Tellern zur Marsianer-Invasion von 1894, David Bowies vergessenen Sachbüchern, nostalgischen Robotern nach der Versklavung aller Menschen, und den sozialen Schichten im 25. Jahrhundert. Außerdem schickt er Odin mit Neil Gaiman auf Buch-Tour, um ein paar Internet-Trolle zu erledigen …

Tom Gauld gehört zu den besten Cartoonisten, die wir derzeit haben. »Baking with Kafka« ist – wie schon »You’re All Just Jealous Of My Jetpack« – ein Must-Have und ein wunderbarer, schlichtweg genialer Comicstrip-Sammelband für alle, die Literatur wie die Luft zum Atmen brauchen, auf der Geek- und Genre-Seite des Lebens zuhause sind und eine ordentliche Portion intelligenten Humor zu schätzen wissen.

Übrigens ziert ein Umschlagbild von Tom Gauld das gerade erschienene, ebenfalls sehr lesenswerte Buch »Die sechs Freiheitsgrade« des kanadischen Romanciers Nicolas Dickner.

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