Archive for the ‘DieZukunft.de’ Category

Interview mit William Gibson

Donnerstag, September 21st, 2017
William Gibson, Butch Guice u. a.: Archangel, Cross Cult 2017

William Gibson, Butch Guice u. a.: Archangel, Cross Cult 2017

William »Neuromancer« Gibson?

Eine lebende Science-Fiction-Legende.

Bei Cross Cult ist vor Kurzem die deutsche Ausgabe seines ersten originären Comics »Archangel« erschienen.

Ursprünglich sollte der Zeitreise/Alternativwelten-Stoff über den Zweiten Weltkrieg, der einige Parallelen zu Gibsons Roman »Peripherie« aufweist, eine TV-Serie werden. Am Ende setzten Michael Benedetto, Butch Guice und Al Barrionuevo die Geschichte, die sich Gibson zusammen mit seinem Schauspieler-Kumpel Michael St. John Smith ausgedacht hat, in Panel-Form um.

Zum Release des deutschsprachigen Komplettbandes habe ich den amerikanischen Science-Fiction-Großmeister und Zukunfts-Propheten interviewt und mit ihm über seine Comic-Prägung, die neue nukleare Gefahr, den technologischen Fortschritt, die geplanten Adaptionen seiner Werke und seine Tipps für das Leben in unseren unruhigen Zeiten gesprochen.

Hier geht’s zum Interview.

Mooncop: Tote Hose auf dem Mond

Samstag, Oktober 8th, 2016
Tom Gauld: Mooncop, Drawn & Quarterly 2016

Tom Gauld: Mooncop, Drawn & Quarterly 2016

Den Mond zu besiedeln, war letztlich wohl doch keine so gute Idee. Zumindest in »Mooncop«, dem neuen langen Comic von Tom Gauld. Die letzten Siedler verlassen nach und nach den drögen Erdtrabanten, und sein einziger Gesetzeshüter kämpft mit Melancholie und Depression, obwohl oder gerade weil die lunare Kriminalitätsrate gleich Null ist. Der Roboter-Psychiater, der ihm von der Erde geschickt wird, ist leider keine große Hilfe, und dann werden ihm auch noch seine Hochhauseinheit mit der schönen Aussicht und sein Donut-Automat genommen…

Der begnadete Reduzierer und Simplifizierer Tom Gauld, der 1976 in Schottland geboren wurde und in seinen Arbeiten für den »Guardian«, den »New Yorker« und »New Scientist« regelmäßig auf allerhand Science-Fiction-Elemente zurückgreift, macht aus der Tristesse und dem Trübsinn auf dem Mond und in der Zukunft in seinem unverkennbaren Stil und mit seinem gewohnt trockenen Humor eine universelle Parabel auf den Trott und die Traurigkeit so manchen Alltags – und zeigt, dass doch noch immer etwas passieren kann.

Gaulds knackige Strips wie z. B. im grandiosen Sammelband »You’re All Just Jealous Of My Jetpack« sind für den Erstkontakt mit dem Cartoonisten von den britischen Inseln sicher geeigneter, doch seine Fans werden Gauld natürlich jederzeit bis auf den Mond und weit darüber hinaus folgen.

The Fix: Ein neuer Wunder-Beagle

Montag, September 26th, 2016
The Fix TPB 1, Image 2016

The Fix TPB 1, Image 2016

Hello. Long time no see. Viele, viele Panini-Editorials, viele Texte für diezukunft.de und tor-online.de, und am Ende immer keine Puste mehr für den Blog, durch den Berichten zufolge schon Steppenhexen gerollt sein sollen wie im Western. Und dennoch, trotz dem üblichen Deadline-Wahnsinn vor der Buchmesse, hier endlich wieder ein Eintrag, direkt auf dem MacBook in die Blog-Maske getippt, die Augenringe ungeschminkt, der Cola/Koffein-Pegel gefährlich niedrig, die müde Haltung auf dem Stuhl fern der Bestnoten. Vielleicht tröstet dieser brandaktuelle Comic-Tipp ja ein wenig über die lange Durststrecke hinweg …

Snoopy von den unsterblichen Peanuts wird immer der coolste Comic-Beagle und sowieso der bekannteste Comic-Hund bleiben. Das ist auch richtig so. Allerdings hat er jetzt ernsthafte Konkurrenz bekommen, was Beagletum und Hundesein in der Panel-Welt angeht.

Autor Nick Spencer (»Ant-Man«) und Zeichner Steve Lieber (»Whiteout«), die zusammen schon das wunderbare »The Superior Foes of Spider-Man« servierten und als eines dieser kongenialen Dream-Teams bezeichnet werden dürfen, haben eine neue, eigenständige Serie am Start. Die heißt »The Fix« und erscheint im englischsprachigen Original, natürlich, beim Image Verlag. Der Krimi über zwei korrupte, kriminelle Loser-Cops in L. A. ist ziemlich böse und witzig – und hat einen gar nicht so heimlichen Star: Einen Beagle namens Pretzels (also Brezel), dessen unbestechliche Spürnase am LAX jeden Drogenschmuggler erzittern lässt. Doch genau diesen Top-Cop auf vier Pfoten müssen unsere beiden Bullen rumkriegen, wenn sie nicht von einem Verbrecherboss um die Ecke gebracht werden wollen, der mindestens so brutal wie öko ist …

Das erste US-Trade von »The Fix« ist dieser Tage als »Where Beagles Dare« erschienen, und obwohl es lediglich vier Hefte enthält und die lustige Handlung erst mal in die Breite geht, gehört der Band unbedingt auf die Leseliste jedes Crime-Fans mit einer Schwäche fürs grafische Erzählen. Comics mit einem Beagle, über die man lachen kann, sind nichts Neues, gute Krimi-Comics mit fiesem Humor aber immer eine Erwähnung und Empfehlung wert. Vor allem, da Nick Spencers Name vor nicht allzu langer Zeit eher deshalb durch die internationale Presse ging, weil er den patriotischen Marvel-Recken Captain America angeblich zu einem Nazi gemacht haben sollte. Und wenn wir ehrlich sind, hätte Pretzels die Aufmerksamkeit weit mehr verdient …

Vernachlässigung

Samstag, November 21st, 2015

Der Blog beschwert sich wieder über Vernachlässigung.

Was soll ich sagen? Der Jahresendspurt ist ein mit Deadlines gepflasterter Weg zur Weihnachts-Hölle.

Würde es euch was bringen, hier mehr Texte von comic.de oder diezukunft.de zu spiegeln? Lesenswerte und interessante sind viele dabei, aber es kommt mir immer so lieblos vor, sie einfach hier reinzukopieren…

Viel gibt es nicht zu erzählen ansonsten, außer, dass es ein bisschen anstrengend war, Convergence und den Anfang von Secret Wars in Sachen Editorials parallel zu jonglieren (zumal ich eh dazu neige, Clark Kent immer zu einem Angestellten des Daily Bugle zu machen, und Multiverse zu schreiben, wo es Multiversum heißt, und umgekehrt).

Belassen wir’s bei dieser lustigen Anekdote.

Warren Ellis & Declan Shalvey: Injection

Samstag, Oktober 24th, 2015
Injection TPB 1, Image 2015

Injection TPB 1, Image 2015

Ich bin schon ein verdammter Warren-Ellis-Fanboy, wie diese Woche auf diezukunft.de mal wieder unter Beweis gestellt  …

Aber mal im Ernst: Injection Vol. 1 ist wirklich mein sehr subjektiver Comic des Monats, da 100% Ellis. Der erste US-Sammelband bündelt alles, was den Briten seit Jahren umtreibt – wer seine digitale Reden-Sammlung »Cunning Plans« gelesen hat, versteht »Injection« umso besser. Ohne diesen Hintergrund mag der erste Band etwas sperrig sein, obwohl er durch und durch Warren Ellis ist:

Künstliche Intelligenz, geheime Machenschaften, Manufactured Normalcy und die Ballard’sche Banalität der Zukunft, die gemeinsame Vergangenheit bzw. Schnittstelle zwischen Technologie und Magie sowie Fortschritt und Folklore; und gleichzeitig ambitioniertes Comic-Storytelling mit vielen Stimmungen, einer Menge Coolness, explosionsartiger Action und prägnanten Worten. Das ist Warren Ellis in Reinform und auf wirklich allen Ebenen die konsequente Fortführung seiner Gedanken und Ansätze in z. B. »Planetary«, seinem anderen starken, aktuellen SF-Comic-Geniestreich »Trees« und eben all seinen Vorträgen der letzten fünf Jahre.

Ich hab die ersten fünf US-Hefte jetzt zum zweiten Mal gelesen, und am Stück goutiert sind sie erwartungsgemäß noch eine ganze Spur cooler, sinniger und faszinierender.

Interview: Jo Walton

Mittwoch, Oktober 14th, 2015

Jo Waltons Romane »In einer anderen Welt« und aktuell »Der Tag der Lerche« kann man wirklich nicht genug loben (und irgendwann werde ich ihr »Clan der Klauen« sicher noch mal mit anderen Augen lesen, nachdem ich es neulich wieder in der zweiten Reihe eines Regals gefunden habe).

Anyway. Anfang des Monats habe ich mit Jo ein Interview geführt, das jetzt auf diezukunft.de online gegangen ist. Darin spricht sie über Alternativwelt-Romane, den Zweiten Weltkrieg als Angelpunkt, Faschismus, Serien und einiges mehr.

Hier geht’s zum Interview.

Erschienen: Das Science Fiction Jahr 2015

Freitag, Oktober 9th, 2015
Das Science Fiction Jahr 2015, Golkonda

Das Science Fiction Jahr 2015, Golkonda

Aus Heynes Jahrbuch-Institution »Das Science Fiction Jahr« wurde 2014 das Online-Portal www.diezukunft.de, das meine Arbeitstage noch länger und genre-lastiger gemacht hat und von euch hoffentlich regelmäßig angesurft wird.

Doch wie schon im finalen Heyne-Jahrbuch angekündigt, war immer klar, dass es dennoch ein »Das Science Fiction Jahr 2015« geben würde, wenn auch nicht bei Heyne, sondern beim unermüdlichen Golkonda-Verlag.

Dort ist dieser Tage neben dem zweiten Band von Jo Waltons sensationeller Alternativwelt-Roman-Trilogie um Inspector Carmichael jetzt auch das »Science Fiction Jahr 2015« erschienen. Druckfrisch, sozusagen.

Dass selbiges im Todesjahr von Wolfgang Jeschke herauskommt, der natürlich ausführlich gewürdigt wird im Band, verdeutlicht den Beginn einer neuen Ära irgendwie noch mehr. Bei Hannes Riffel und Co. ist es aber definitiv in guten Händen, und Sascha Mamczak ist ja auch nicht so weit weg und immer noch als Herausgeber involviert.

Ich und das SFJ haben übrigens inzwischen unser verflixtes siebtes Jahr erreicht, für die Statistiker.

Im aktuellen Jahrbuch finden sich aus meiner Feder neben den üblichen Rezensionen zu Film, TV, Buch und Comic auch wieder ein längerer Feature-Text im vorderen Teil des Bandes, in dem ich mich der Geschichte und Bedeutung des Erfolgs von Marvels Guardians of the Galaxy gewidmet habe. Hooked On A Feeling …

Hier gibt es das gesamte Inhaltsverzeichnis zur Einsicht.

Erschienen: Exodus #33

Freitag, September 11th, 2015
Exodus #33

Exodus #33

Auf dem Penta-Con in Dresden bekommen am Samstag nicht nur ich und die Kollegen von Randomhouse’ SF-Portal diezukunft.de, Cover-Maestro Timo Kümmel oder Szene-Urgestein/Übersetzer Horst Illmer den Kurd-Laßwitz-Preis verliehen, sondern auch René Moreau, Heinz Wipperfuerth und Olaf Kemmler für ihre langjährige Leistung als Herausgeber des auf Science-Fiction-Storys und -Grafiken spezialisierten Magazins Exodus.

Dessen mit Hochdruck produzierte, druckfrische Ausgabe #33 – sie könnte noch warm sein und nach Blut und Schweiß riechen – erscheint passend zum Con und der Zeremonie – und enthält u. a. meine Geschichte Out of Memory, die Cyberpunk und Krimi Noir sowie Gibson und Chandler vereint. Ein abgehalfterter Detektiv, eine schöne Erwachsenenfilm-Darstellerin in Nöten, eine Alzheimer-kranke Gesellschaft, gehackte Clouds, genmanipulierte Kampf-Pinguine … alles drin, alles dran.

Für alle Listen-Freunde: Nach Galaktische Maßstäbe in der #31 von 2014, ist das meine zweite Publikation in Exodus.

Außerdem stammt die huldigende Einleitung zur extraordinären Timo-Kümmel-Hochglanz-Galerie im aktuellen A4-Paperback von mir, und das kam ungefähr so: René Moreau fragte, ob ich nicht auch mal eine Galerie-Einleitung übernehmen wolle, woraufhin der deadline-geplagte Herr Endres sagte, gerne, aber nur, wenn denn irgendwann mal jemand drankommt, über dessen Werk er auch wirklich etwas sagen könnte, etwa Christian Krank oder Timo Kümmel. Murphy lachte, denn es dauerte nicht lange, und Herr Moreau schleppte Herrn Kümmel an, mit dem er tatsächlich schon seit Jahren über eine Exodus-Galerie sprach, ohne dass Worten Taten folgten oder den Nägeln die Köpfe eingeschlagen wurden. Und tja, am Ende haute der deadline- und hitze-geplagte Herr Endres dann halt doch prompt in die Tasten für ein Intro zur Kümmel-Galerie in der nächst möglichen, vorgezogenen Ausgabe ganz im Zeichen des KLP, wo durch die Preis-Querverbindungen dann irgendwie alles zusammen passte und nur einen zwingenden Erscheinungstermin bzw. -Ort zuließ …

Hier gibt es eine komplette Übersicht des Inhalts der neuen Nummer.

Lebenszeichen & Lesetipps

Montag, August 31st, 2015

Der Input war im August doch wieder mies hier, ich geb’s zu – zu viel Arbeit.

Immerhin entstanden neben all den Comic-Editorials, Artikeln, Rezensionen und News-Texten mal wieder zwei Kurzgeschichten: Eine Sherlock-Holmes-Story (oder sagen wir lieber: eine Watson-Story), die 2016 wohl in einer Publikation zum SherloCon in der Schweiz erscheint, und eine Hobbit-Parodie, die einfach so geschrieben werden wollte und musste.

Was ich an Büchern derzeit selbst so lese, landet ja meistens in irgendeiner aufgearbeiteten, aufbereiteten Form in der Geek!, der phantastisch! oder natürlich auf diezukunft.de – aktuelle Lese-Empfehlungen von meiner Seite aus sind der preapokalyptisch-postkoloniale Superhelden-Abenteuer-Roman »Tigerman« von Nick Harkaway sowie die gut gemachte DDR-Alternativwelt-Utopie »Schwarzes Gold aus Warnemünde« von Harald Martenstein und Tom Peuckert. Kazuo Ishiguros pseudohistorisch-quasifantastisches »Der begrabene Riese« hat tolle Diskussionen hervorgebracht und ist ein hochliterarischer Ansatz für das Genre, aber nur bedingt empfehlenswert, weil etwas spannungsarm.

Das muss als Lebenszeichen jetzt erst einmal genügen. Das DC-Universum stürzt sich in Convergence, das Marvel-Universum in Secret Wars, und genau so sieht mein Deadline-Plan auch aus. Und eigentlich muss ich dieser Tage noch das Interview mit Arthur-C-Clarke-Award-Gewinnerin Emily St. John Mandel für die nächste Geek! übersetzen, deren »Das Licht der letzten Tage« dieser Tage auf Deutsch erscheint. Seid artig und betet für Kühle …

DieZukunft.de-Facelift & Comic.de

Donnerstag, Juli 9th, 2015

Vor ein paar Tagen hat Heynes Science-Fiction- und Zukunftsportal www.diezukunft.de ein kleines Facelift erhalten, um all die News, Essays, Reviews, Kolumnen und Kurzgeschichten sowie den E-Book-Shop noch besser zu präsentieren.

Außerdem stehen von mir inzwischen ein paar erste Einträge auf www.comic.de online, wo sich fortan auch etwas mehr tun wird ganz allgemein.

Beispiele für den aktuellen Look beider Plattformen:

Im Auftrag von Forrest J Ackerman und Neue Tumulte in Palumbien.

Check it out.

Neu:

Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen

Backlist:
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