Promi-Alltag

Als ich neulich zombiemäßig zum Briefkasten schlurfte und die Helligkeit sich trotz Sonnenbrille bis in mein überarbeitetes Autorengehirn fraß, fielen sie mir erst gar nicht auf.

Dann aber entdeckte ich die vier, fünf Kids, die jenseits des Zauns auf der Grenze von Straße und Einfahrt standen, aufgeregt tuschelten, ihre Smartphones hochhielten und diese Wunderwerke der modernen Technik direkt auf mich richteten.

»Ah«, dachte ich mir und blickte professionell kurz, cool und königlich zu den jungen lokalen Bewunderern meiner weit verbreiteten Sprachkunst und Comic-Expertise. »Süßer Ruhm.«

Ich war bereit, Autogramme und weise Ratschläge zu geben, ja vielleicht hätte ich auch ein paar Spider-Man-Hefte und signierte Sherlock-Holmes-Romane verteilt und für das eine oder andere gemeinsame Foto posiert.

»Shit«, sagte da eines der Kids und senkte enttäuscht das iPhone. »Wieder nur ein Taubsi. Kommt, schauen wir mal am Sportplatz.«

Wie auf ein geheimes Zeichen hin rissen sie daraufhin alle ihre Kickroller herum und zogen scheppernd und meckernd von dannen.

Erkenntnis eins:
Ich bin doch nicht so berühmt, wie ich dachte.

Erkenntnis zwei:
Ich hab eine Pokemon-Plage in Hof und Garten.

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