Meine Story »Out of Memory« kostenlos lesen

April 3rd, 2020

Auf phantastiknews.de gehen derzeit ein paar Genre-Kurzgeschichten deutschsprachiger Autoren online, die euch Lockdown, Shutdown oder gar Quarantäne »versüßen« und mit ein bisschen Eskapismus erleichtern sollen – und die Krisen-Helden im Krankenhaus, im Supermarkt oder bei der Post können ja vielleicht eine dringend nötige Pause oder den Feierabend mit einer Story füllen und kurz mal Stress und Sorgen vergessen.

Seit heute kann auf PN.de meine Science-Fiction-Hardboiled-Kurzgeschichte »Out of Memory«, die 2015 im Magazin Exodus #33 erschienen ist und 2016 für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert war, kostenlos gelesen werden.

Hier geht’s zur Story.

Ich habe »Out of Memory« für diese digitale Wiederveröffentlichung an zwei, drei Stellen minimal überarbeitet und einen Satz gestrichen – ansonsten muss ich sagen, mag ich die Geschichte nach all den Jahren noch immer (was keine Selbstverständlichkeit ist bei uns schrägen Autorenköpfen) und habe die Idee, in diesem Stil mal einen ganzen SF-Romankrimi zu schreiben, immer noch nicht verworfen …

Und ihr denkt dran, dass ich weiterhin jeden Tag auf Twitter eine Kürzestgeschichte poste, ja?

Conan der Cimmerier: In den Katakomben

März 27th, 2020
Conan der Cimmerier: Aus den Katakomben, Splitter 2020

Conan der Cimmerier: Aus den Katakomben, Splitter 2020

Seit einiger Zeit adaptieren zeitgenössische französische Comic-Macher Robert E. Howards originale Conan-Storys als stilistisch abwechslungsreiche Einzelalben. Nun ist »Aus den Katakomben« dran, das Autor Régis Hautière (»Aquablue – New Era«), Storyboard-Zeichner Olivier Vatine (»Aquablue«, »Nuork«) sowie Zeichner und Kolorist Didier Cassegrain (»Schwarze Seerosen«) umgesetzt haben.

»Aus den Katakomben«, im Original »Red Nails«, war die letzte Conan-Geschichte, die Howard (1906–1936) schrieb und die kurz nach dem Freitod des Texaners im Pulp-Magazine »Weird Tales« serialisiert wurde. REH selbst bezeichnete die lange Erzählung in einen Brief an seinen Kollegen Clark Ashton Smith als die wohl blutigste, dunkelste, brutalste und erotischste Conan-Story, die er je geschrieben hat.

Dem kreativen Comic-Trio aus Frankreich gelingt eine packende, atmosphärische, zeichnerisch extrem interessante und gelungene Adaption dieses Stoffes. Auch das Album beginnt mit dem Söldner Conan und seiner schönen Kameradin Valeria. Die beiden müssen vor einem Drachen fliehen und landen in einer uralten, abgeriegelten Stadt, deren Leben sich komplett im Inneren gewaltiger Hallen und Korridore abspielt. Hier geraten Conan und Valeria in einen hasserfüllten Krieg und an eine böse Zauberin …

Klingt klassisch, ist aber immer noch eine faszinierende Fantasy-Story. Valeria war für damalige Verhältnisse zudem eine herausragend starke Frauenfigur, »Aus den Katakomben« überdies eine ehrgeizige Konzept-Geschichte, in der es Howard einmal mehr um den Niedergang der Hochkultur und die Überlegenheit der Barbarei ging. Hautière, Vatine und Cassegrain bringen den durchaus komplexen Plot auf rund 50 beeindruckenden Seiten unter und verstehen es, für Conan zu begeistern. Und sie lösen sich von Howards finaler Szene im Original, die viel von Valerias feministischer Haltung kaputt machen würde.

Conan der Barbar 2, Panini 2020

Conan der Barbar 2, Panini 2020

Nach »Die Königin der Schwarzen Küste«, »Ymirs Tochter« und »Schatten im Mondlicht«ein weiteres Highlight der Reihe, bei Crom!

In eigener Sache, weil es zum Thema passt: Bei Panini erscheint im April der zweite, von mir mit redaktionellen Texten versehene Band von Marvels neuer »Conan der Barbar«-Serie von Jason Aaron, Mahmud Asrar und Gerardo Zaffino, die ihren ersten Storybogen mit einigen Überraschungen abschließen. Conan kehrt u. a. in seine Heimat Cimmeria zurück, die unter einem üblen Bann steht, und tritt seinem Gott Crom gegenüber …

Und auch das noch zum Thema Conan: Arnold Schwarzenegger hat Mitte März ein paar so richtig arnoldige Clips ins Netz gestellt, um die Leute in der Corona-Krise daran zu gemahnen, doch bitte mit ihrem Arsch daheim zu bleiben. Fand ich trotz Zigarre und Pool und Esel gut, und gleichzeitig erinnerte es mich daran, dass der »King Conan«-Film mit Old Arnie doch bitte wirklich noch Realität werden soll, wenn wir aus der Corona-Nummer heil herausgekommen sind. Der steht schon viel zu lange aus und ist ein Must.

Das Murren der Zwerge hat nur bedingt mit Spoilern zu tun

März 22nd, 2020
Kürzestgeschichten auf Twitter unter @MisterEndres

Kürzestgeschichten auf Twitter unter @MisterEndres

Das erste Dutzend meiner täglichen Kürzesgeschichten steht auf Twitter – Science Fiction, Märchen-Fantasy, Bibliophilen-Horror, ja, sogar ein Sherlock Holmes-Shorty hat sich spontan dazu gesellt. Ich habe extra darauf geachtet, dass es trotz der gegenwärtigen Endzeitstimmung nicht zu postapokalyptisch wird, obwohl die Tendenz da war …

Please note: Hier im Blog wird es keine regelmäßigen Sammelposts geben, die Sache soll schon auf Twitter laufen.

Aber weil die Zeiten gerade echt hart und hässlich sind, weil Eskapismus hinter geschlossenen Türen wirklich wichtig ist (bleibt Zuhause, Leute!) und weil ich das Konzept  an dieser Stelle auch einfach noch mal mit mehr Beispielen veranschaulichen und den reaktivierten Twitter-Account ein bisschen anfüttern will, hier die ersten knapp 14 Tage am Stück zum Reinschnuppern:

Story:

„Das Ding ist mir zu schief, da kletter ich nicht rauf“, sagt der Prinz und blickt an der Außenmauer des krummen Turms empor.

„Ist vermutlich besser so“, meint die Prinzessin am Turmfenster. „Von hier oben sieht es so aus, als sei die Welt ganz schön in Schieflage.“

11.3.2020

 

Story:

Der Professor wollte die Menschheit retten, indem er jedes Bewusstsein und jede Errungenschaft digitalisierte.

Die Raumstation mit der gigantischen Serverfarm schwebt auch heute noch durch die Ewigkeit des Alls.

Leider kam der Professor nie über Katzen-Memes hinaus.

12.3.2020

 

Story:

„Ein Schnäppchen.“ Der Auktionator deutet mit seinen Tentakeln auf das Panoramafenster, durch das man den blauen Planeten sieht. „Als Wasserwelt. Oder mit etwas Terraforming …“

„Was ist mit den Bewohnern?“, fragt ein Bieter.

„Alle tot“, lautet die fröhliche Antwort.

13.3.2020

 

Story:

„Findest du das alles gerade nicht besorgniserregend?“, frage ich und knabbere nervös an einer Pfote.

„Doch, schon.  Aber …“

„Und wenn es noch schlimmer wird?“

„Ruhig.“ Miri reibt ihr Gesicht an meinem und schnurrt: „Irgendwie kriegen wir die Dosen schon auf…“

14.3.2020

 

Story:

Die Zwerge schuften in ihrem Bergwerk.

Als sie mit schmutzigen Gesichtern und schmerzenden Knochen nach Hause kommen, liegt Schneewittchen auf dem Sofa und beklagt sich über die neueste Folge ihrer Netflix-Serie.

Das Murren der Zwerge hat nur bedingt mit Spoilern zu tun.

15.3.2020

 

Story:

Sherlock Holmes deutete mit seiner Pfeife auf mich.

„Ich wusste sofort, dass Sie Mary betrügen, Watson“, sagte er munter. „Die Anzeichen waren unübersehbar. Für Mary haben Sie Ihren Schnauzbart immer von rechts nach links gebürstet – nie von links nach rechts.“

16.3.2020

 

Story:

Im Bunker.

Die Regale voller Nahrungsmittel, Wasser, Medikamente, Klopapier.

Und Bücher? Dank E-Reader und riesigen Servern alle nur einen Touch entfernt.

Dann verschwindet die Cloud. Einfach so.

Buchstäblich das erste Kapitel der literarischen Panik im Bunker …

17.3.2020

 

Story:

Die Besucher aus dem All sahen seltsam aus.

Ihre Erscheinungsform, ihre Bewegungen, ihr Verhalten und ihre Sprache irritierten uns.

Außerdem erinnerte uns der Geruch ihrer Körper mit den vielen Extremitäten an Essen.

Sie sagten, sie kämen von einer Welt namens Erde.

18.3.2020

 

Story:

Das Virus verbreitet sich rasant.

Ein Systemausfall scheint unausweichlich.

„Ich hab dir gleich gesagt, dass es eine dumme Idee ist, diesen dubiosen Patch für den Staubsaugerroboter aufzuspielen. Und das nur wegen etwas mehr Speed? Na ja. Der Mopp ist im Keller, Schatz.“

19.3.2020

 

Story:

Die Stadt brennt.

Gerade ist das Dach der Bibliothek eingestürzt.

Die Bibliothekare stehen auf einem Hügel außerhalb der Stadtmauer.

Tränen rinnen durch Ruß.

„Ich wünschte, ich hätte all die Bücher gelesen, die ich immer lesen wollte“, sagt einer der Bibliothekare.

20.3.2020

 

Story:

Manchmal wird selbst in den besten Forschungseinrichtungen aneinander vorbei geredet.

„Heute fühle ich mich ziemlich hin und her gerissen“, klagt Schrödingers Katze ihrem Laborpartner.

„Was?“ Pawlows Hund schreckt hoch. „Hast du das auch gehört? War das eine Glocke?“

21.3.2020

 

Story:

Klingen und Rüstungen schimmern im Mondlicht.

Ob Paladin, Zwergenkrieger, Diebin, Zauberer oder elfische Waldläuferin: Frustration beherrscht die Gesichter der Abenteurer, die ratlos vor der Höhle stehen.

„Was soll das heißen, du hast die Würfel vergessen, Carl?“

22.3.2020

Exklusive Kürzestgeschichten auf Twitter

März 12th, 2020

Neulich habe ich mich mit Atlantis-Verlag-Imperator Guido Latz über Kürzestgeschichten unterhalten (und ja, wir werden sicher dieses Jahr auch noch mal über eine Sammlung mit längeren Storys von mir sprechen. So leicht kommt er mir nicht davon!).

Ich schwärmte ihm von der angenehmen Konzentrationsübung und dem kreativen Reiz vor, zwischendurch ganz bewusst eine Szene bzw. Story auf unter 280 Zeichen (der Standardlänge eines Twitter-Posts) zu verwirklichen, auf diesem Bierdeckel eine ganze kleine Welt zu erschaffen – die Kurzform ist ja sowieso meine Passion, je schlanker und reduzierter, desto besser. Die ersten 15, 20 Kürzestgeschichten landeten einfach für mein privates Vergnügen – meine Meditation als Autor – in einer fortlaufenden Word-Datei, und in dem einen oder anderen Fall per E-Mail bei ein paar Freunden und Kollegen.

Imperator Latz gab jedoch keine Ruhe, bis ich nun tatsächlich meinen 2010 eingerichteten Twitter-Account – vor fünf Jahren zuletzt per WordPress-Plugin eher lieblos-automatisch mit Links zu neuen Blog-Einträgen bestückt und sonst mit wenig Betrieb oder originalem, geschweige denn originellem Content – mutig entstaubte und tollkühn aktualisierte. Ich, der Social-Media-Muffel.

Jetzt soll der Account täglich und direkt genutzt werden: Für 2, 3 geistreiche Updates zur Lage der Welt, meiner Arbeit und meinem Lesestapel – und mit 1 exklusiven Kürzeststory aus den Bereichen Science-Fiction, Fantasy, Horror oder Krimi pro Tag.

Etwa in der Art:

Twitter Relaunch 2020: Jeden Tag eine exklusive Kürzestgeschichte

Mein Twitter-Relaunch 2020: Jeden Tag eine exklusive Kürzestgeschichte

Schaut doch mal vorbei, ihr findet mich unter @MisterEndres.

Der neue Corto oder: Das Prequel

Februar 22nd, 2020
Corto Maltese 15, Schreiber & Leser 2020

Corto Maltese Band 15, Tarowean – Tag der Überraschungen, Schreiber & Leser 2020

Anno 1974 präsentierte der Italiener Hugo Pratt (1927–1995) »Die Südseeballade«, das erste Abenteuer seines lässigen, freigeistigen Seemanns Corto Maltese, der mit Ironie und Schlagfertigkeit zu einer Ikone der neunten Kunst wurde – und später teilweise in reichlich, herrlich surreale Meta-Gewässer vorstieß.

1991 erschien der letzte Corto-Comic von Pratt, und erst 2015 setzten Autor Juan Diaz Canales (»Blacksad«) und Zeichner Ruben Pellejero (»Dieter Lumpen«) die Serie fort.

Nach »Unter der Mitternachtssonne« und »Äquatoria« liefern die beiden Spanier in »Tarowean – Tag der Überraschungen« nun sogar die Vorgeschichte zur eingangs erwähnten »Südseeballade« – und somit das Prequel zur gesamten Serie. Der rote Faden ist zuweilen etwas dünn, zudem gehen der Story die Leichtigkeit und das Surreale ab, die viele der besten Pratt-Alben auszeichneten.

Aber wer Corto Maltese seit Langem begleitet, liest dieses eher unerwartete, schön gezeichnete Prequel trotzdem gerne und erfährt, nach welchen Erlebnissen und Ereignissen Corto zu Beginn der »Südseeballade« gekreuzigt im Meer landete, wie auch auf dem Cover des neuen Bandes zu sehen  …

Hubert (1971–2020)

Februar 14th, 2020

Der französische Comic-Autor Hubert (Hubert Boulard) ist im Alter von nur 49 Jahren verstorben, wie die Presse in Frankreich meldet und eben z. B. von Tagesspiegel-Comic-Chefredakteur Lars von Törne getwittert. 49? Da fällt einem wirklich nicht viel zu ein …

Als kleiner Salut, hier zwei ältere Rezensionen von mir zu zwei von Huberts bekanntesten und besten Werken, die auch auf Deutsch erschienen sind damals, beide beim Berliner Reprodukt Verlag.

Petit – Riesen wie Götter, Reprodukt 2015

Petit – Riesen wie Götter, Reprodukt 2015

Petit – Riesen wie Götter

Nach dem deutschen Finalband des Comic-Bestsellers Fables wird es Zeit, sich nach neuen außergewöhnlichen Märchen-Fantasy-Comics für Erwachsene umzusehen … etwa in Frankreich. Aus dem comic-freundlichen Nachbarland stammt z. B. Petit von Szenarist Hubert und Zeichner Bertrand Gatignol. In ihrer Graphic Novel erzählen die beiden von Petit, dem kleinen Sohn eines zwar königlichen und gottgleichen, jedoch durch Inzucht degenerierten Riesen-Geschlechts. Eigentlich soll der winzige Petit, eine Schande für den barbarischen König, gleich nach der Geburt sterben. Doch der Kleine überlebt und genießt fortan den Schutz seiner gigantischen Tante, die sich als Einzige ihrer gewaltigen Sippe dem Verzehr von Menschenfleisch verweigert.

So wächst Petit im Geheimen zu einem jungen Riesen heran, der etwas größer ist als ein normaler Mensch. Doch im Schloss der Kolosse, die wie dekadente Götter leben, ist im Grunde nichts normal. Menschen werden auf der Farm gezüchtet und enden als Snacks und Menüs, jeder treibt es mit jedem, und die menschlichen Wachen sind nicht weniger grausam als ihre halb verrückten Herren und Herrinnen. Und selbst wenn Petit sich zwischen den Welten in eine schöne Menschenfrau verliebt und diese seine Gefühle sogar erwidert, kann er sich der Liebe nicht hingeben aus Angst, dass die Frucht seiner Leidenschaft den Körper seiner Angebeteten sprengen könnte, wie das in seiner Familie mehr als einmal vorkam.

Huberts und Gatignols Petit ist erwachsene Märchen-Fantasy von der feinsten und finstersten Sorte. Indem sie die Märchen-Klischees in mehr als Grimm’sche Härte tunken, treiben sie den Riesen jeden Rest-Hauch von Disney aus. Nebenbei streifen sie historische und moralische Themen im Einzugsgebiet von Dynastien und Traditionen. Die schwarzweißen, ausdrucksstarken und recht giblinesken Comic-Seiten machen dabei genauso viel her wie die Story oder die eingestreuten, illustrierten Prosa-Kurzgeschichten aus dem ‚Buch der Ahnen’, welche die Geschichte des Riesen-Geschlechts aufbereiten. Zusammen mit der schönen Aufmachung des Hardcovers ergibt das ein richtig schönes ‚Comic-Buch’ – wo diese Übersetzung für das englische ‚comic book’ sonst meist daneben geht, passt sie hier wegen des Märchen-Nenners ausnahmsweise mal.

Kein Märchen: Petit ist ein Riese im Comic-Endspurt des Jahres 2015.

Fräulein Rühr-Mich-Nicht-An (Gesamtausgabe)

Fräulein-Rühr-Mich-Nicht-An Gesamtausgabe, Reprodukt 2016

Fräulein-Rühr-Mich-Nicht-An Gesamtausgabe, Reprodukt 2016

Fräulein Rühr-Mich-Nicht-An beginnt im Paris der frühen 30er-Jahre. Die Schwestern Agathe und Blanche arbeiten als Dienstmädchen und könnten ungleicher nicht sein – Blanche ist schüchtern und verschlossen, Agathe geht für ihr Leben gerne Tanzen. Davon kann sie nicht einmal das Treiben des Schlächters der Guinguettes abhalten. Dann wird Agathe durch eine unglückliche Verkettung von Ereignissen ermordet, was der entsetzten Blanche jedoch niemand glauben möchte. Also muss sie selbst ermitteln, und deshalb wird der Bock in diesem Fall nicht zum Gärtner, sondern die Jungfrau zur Prostituierten. Ausgerechnet im exquisitesten Bordell der ausschweifenden französischen Hauptstadt fahndet Blanche auf eigene Faust nach dem Mörder ihrer Schwester. Blanches Unberührtheit hilft ihr, eine Anstellung als unantastbare Auspeitscherin zu bekommen – gleichzeitig zieht sie sich den Zorn einiger intriganter Mädchen zu. Darüber hinaus findet sie am Ort der käuflichen Liebe tatsächlich einen Mann, der sie glücklich machen könnte. Leider hat er ein schwerwiegendes Geheimnis …

Die durch einen Skizzenanhang abgerundete Gesamtausgabe von Fräulein Rühr-Mich-Nicht-An macht nicht nur deutlich, wie stark Marie Pommepuy und Sébastien Cosset die Story unter ihrem gemeinsamen Pseudonym Kerascoët visualisiert haben. Außerdem zeigt der schön aufgemachte Sammelband, dass Hubert letztlich zwei beinahe gleichwertige Storylines geschaffen und nach Auflösung von Blanches Mordermittlung einen weiteren guten Aufhänger gefunden hat, um die Heuchelei und Doppelmoral der damaligen Zeit aufzuzeigen.

Eine mörderisch gute Milieu-Studie.

Endlich Panini-Sticker-Album-Texte!

Februar 13th, 2020
Paninis Marvel-Sticker-Album

Paninis Marvel-Sticker-Album

Das Marvel-Sticker-Album von Panini

Das Marvel-Sticker-Album von Panini

Ich arbeite jetzt seit über elf Jahren als Redakteur für Panini und schrieb in der Zeit tausende Comic-Editorials und Texte zu Bildergeschichten – doch jetzt habe ich zum ersten Mal auch ein paar Texte für eines der legendären, ach was, mythischen Panini-Klebebildchen-Alben verfasst!

Und zwar für das Sticker-Album mit den bedeutendsten Marvel-Meilensteinen zum Sammeln. Es gibt 96 Sticker, das Album liegt diesen Monat diversen Panini-Marvel-Heften bei, damit geht auch die erste Ladung Bildchen einher. Alle Infos hier.

Es sind zwar nur ein halbes Dutzend Begleittexte gegen Ende des Albums, da wir noch ein paar ganz aktuelle Marvel-Crossover-Events in die deutschsprachige Variante der Kollektion mit rein nehmen wollten, aber hey: Texte-fürs-Panini-Sticker-Album sind Texte-fürs-Panini-Sticker-Album!

Das war von Anfang an der Master-Plan. Darauf habe ich mit jedem Spidey- und Batman-Text hingearbeitet. Wirklich.

Well. Ehrlich gesagt hab ich früher ja mehr Magic-Karten (und davor Wrestling-Karten) gesammelt, und wenn Fußball-Sammelbilder zu einer WM oder EM, dann waren das die von Ferrero in Hanuta, Duplo und so weiter.

Egal. Hauptsache Italien, Hauptsache Sticker-Album-Texte! Bam!

2020/1

Februar 4th, 2020

So viele Batman-Editorials, so wenig Zeit …

Wenigstens arbeiten andere Leute daran, mich reich und berühmt (das heißt: noch reicher und berühmter) zu machen, indem sie meine Fiction derzeit in z. B. einen Comic verwandeln, der schon im Frühjahr das Licht der Welt erblickt. Wie eine kleine Drohne, die zum ersten Mal ihr Auge öffnet …

Also. Sorry. Im Januar hat es angesichts Krankheit & Arbeit leider trotz der guten Vorsätze für keinen Blog-Eintrag gereicht, aber wenigstens für zwei Science-Fiction-Kurzgeschichten.

Und ich habe ein neues Notizbuch für Romane und Kurzgeschichten angefangen (da begannen auch zwei der eben erwähnten Storys ihre überraschend rasche Entwicklung), zwecks Finden und Festhalten von Ideen.

Immerhin.

vertont und online: Tannenbaum-Terminator

Dezember 24th, 2019
c't-SciFiCast: Zu Weihnachten täglich eine Hör-Story

c’t-SciFiCast: Zu Weihnachten täglich eine Hör-Story. Illustr: Albert Hulm

Seit diesem Sommer werden ausgewählte Science-Fiction-Kurzgeschichten aus »c’t – magazin für computertechnik« von der Redaktion als Podcast-Lesung vertont und online gestellt.

Über Weihnachten gibt es jetzt sogar ein c’t-SciFiCast-Special mit gleich drei eingelesenen Storys unter dem digitalen Baum, die zwischen Heiligabend und dem zweiten Weihnachtsfeiertag nach und nach online gehen und kostenlos gehört werden können.

Wer nach dem ganzen Schlemmen also nicht mal mehr selbst die Seiten umblättern bzw. weiterscrollen kann oder dringend mal was anderes als Christmasrock und Familienzoff auf die Ohren/Stöpsel braucht …

Den Anfang macht meine Story Tannenbaum-Terminator, die Anfang Dezember in Heft 26/2019 zu lesen war und von Ulrich Hilgefort gesprochen wird.

Hier geht’s zur Podcast-Lesung der Geschichte mit Weihnachtsbäumen und, noch wichtiger, weihnachtlichen axtschwingenden Kampfrobotern.

In diesem Sinne: gelungene oder grinchige Feiertage, ganz wie’s euch beliebt!

The Witcher: Interview mit Andrzej Sapkowski

Dezember 23rd, 2019
The Witcher Bd. 1, Panini 2014

The Witcher Bd. 1, Panini 2014

Alle sprechen über Netflix’ »Witcher«-Serie.

Ich selbst hab noch nicht reingeschaut, weil ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob sie es mir wert ist, mein heiliges Kopfkino zu entweihen. Die Bücher, allen voran die beiden anfänglichen Kurzgeschichtensammlungen und der späte Episodenroman, zählen schließlich zu meinen absoluten Faves, wenn es um Schwert-und-Magie-Stoffe geht. Da bin ich picky und ein Purist.

Aber es ist schon wirklich sehr schön, dass ein europäisches Fantasy-Franchise international und multimedial dermaßen für Furore sorgt seit Jahren – und immer noch neue Höhen erreicht.

Als kleines Weihnachtsgeschenk an die letzten treuen Leser dieses auch 2019 wieder oft arg vernachlässigten Blogs hole ich an dieser Stelle nun einfach mal das Interview aus dem Archiv, das ich 2015 mit dem polnischen Autor und Witcher-Erfinder Andrzej Sapkowski führte, und das damals in Ausgabe 60 der »phantastisch!« abgedruckt wurde.

Die Illustration dieses Beitrag ist eines der Cover zu den Comics rund um den Hexer Geralt, die ich als Redakteur für Panini betreut habe.

Hallo Herr Sapkowski. Im Deutschen wurde die Witcher-Buchserie erst im zweiten Anlauf ein Erfolg. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Nun, ich kann mir gut und gerne Hundert Gründe dafür denken: Das Cover war Scheiße, es gab keine Werbung, und so weiter, und so fort. Der wahre Grund ist schmerzhaft, aber wahr: Die Bücher haben sich nicht so gut verkauft, wie Heyne erwartet hatte, und ich vermute, es war sogar viel schlimmer. Kein Wunder, die Leser erwarteten nicht viel von einem Autor aus dem Nirgendwo. Read the rest of this entry »

Elementar:

Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen

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