Okko: Das Buch der Leere

Februar 11th, 2017
Hub: Okko Bd. 5 – Das Buch der Leere, Carlsen 2017

Hub: Okko Bd. 5 – Das Buch der Leere, Carlsen 2017

Der 1969 geborene Humbert Chabuel alias Hub arbeitete bereits Ende der 90er mit Moebius und Jean-Claude Mézières am Design von Luc Bessons Science-Fiction-Film »Das fünfte Element«. Anschließend führte ihn der Weg des kreativen Kriegers ins Umfeld von Videogames, Werbung und Fernsehen.

In Sachen Comics zeichnete Hub u. a. den Euro-Manga »Kazandou«; 2005 startete er dann seine Samurai-Fantasy-Saga »Okko«, die ihn über ein Jahrzehnt lang beschäftigen sollte. Bei Carlsen ist unter dem Titel »Das Buch der Leere« soeben das fünfte, finale großformatige Album der Serie erschienen, die nach Höhen und Tiefen mit einem starken Band endet.

Denn der Schwertkämpfer und Geisterjäger Okko, dessen kleine Schar lange genug durch das vom feudalen Japan inspirierte Königreich Pajan streifte, macht Schluss. Auf dem Weg in das Kloster, in dem der Ronin seinen Lebensabend verbringen soll, wird die Geschichte seiner Herkunft erzählt – der gewohnt stilsicher gezeichnete und kolorierte Abschlussband präsentiert neben dem Schlussakkord der Serie also vor allem Okkos düstere Origin.

Während Hub zeigt, wie aus einem jungen Adeligen ein herrenloser Samurai und Dämonenjäger wurde, lüftet er alle Geheimnisse, die seit dem überragenden ersten Album auf ihre Enthüllung gewartet haben. Herzen und Knochen brechen, Blut und Hirnmasse spritzen, Masken fallen, und am Ende bleiben keine Fragen offen.

Sayonara, Okko.

Renato Jones: The One%

Januar 31st, 2017
Kaare Andrews: Renato Jones: The One% Season One, Image 2017

Kaare Andrews: Renato Jones: The One%, Image 2017

Den kanadischen Comic-Künstler Kaare Kyle Andrews kennt man vor allem für Werke wie die düstere Zukunftsvision »Spider-Man: Das Regime«, »Spider-Man/Dr. Octopus: Das Erste Jahr« und »Iron Fist: The Living Weapon«. Zuletzt startete das Multitalent mit »Renato Jones: The One%« eine neue eigenständige Serie, die er erfunden hat, schreibt, zeichnet, koloriert und besitzt. Dieser Tage ist der erste US-Sammelband beim Image Verlag zum Schnupperpreis erschienen.

Titelheld Renato Jones gehört zu den Reichen und Schönen, doch das ist nur eine Lüge und ferner bloß Fassade. In Wahrheit ist er nämlich der maskierte Vigilant namens Freelancer und macht in Anzug und Krawatte unerbittlich Jagd auf die gierigsten, dekadentesten und skrupellosesten Vertreter der Oberschicht – auf das eine Prozent an der Spitze der Nahrungskette, dem mehr als die Hälfte der Welt gehört, und das übervorteilt, ausbeutet, knechtet, foltert, vergewaltigt und zerdrückt. Renatos Kreuzzug gegen die hemmungslose, völlig außer Rand und Band geratene Oberklasse der Gesellschaft konfrontiert ihn zugleich mit Gegnern, die dank neuester Technik per Knopfdruck am Handgelenk fünfmal mehr Muskelmasse haben als kurz zuvor, gefährlichen Pleasure-bots und einem verrückten Superkiller …

In »Renato Jones: The One%« zieht Kaare Andrews beim Thema Klassenkampf so richtig vom Leder – und sein hasspredigender reicher Präsidentschaftskandidat war wohl nicht aus der Luft gegriffen. Zeichnerisch vermischt Andrews wie üblich Einflüsse aus der Indie-Szene und dem Manga, die er diesmal regelmäßig durch großartige bunte und schwarz-weiße Seiten ergänzt, die direkt aus Frank Millers Meisterwerken »Sin City« und »Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters« entsprungen zu sein scheinen. Das entbirgt nicht einer gewissen Ironie angesichts der wütenden, brutalen Story um einen Rächer mit Occupy-Gesinnung und Millers abwertenden Aussagen über die Bewegung vor fünf, sechs Jahren. Sei’s drum, spektakulär sieht das Ganze allemal aus.

Auch sehr cool: Den Umschlag des Sammelbandes zieren vorne und hinten die Botschaften The Super Rich Are Super F***ed und Let Them Come For Me / Let Them Eat Me Whole / And Let Them Choke, deren klotzige Lettern dank Spotlack nur im richtigen Licht schimmern.

Hoffentlich dauert es bis zur zweiten Season nicht so lange.

Monster! Und andere Geschichten

Januar 26th, 2017
Gustavo Duarte: Monster! Und andere Geschichten, Panini 2017

Gustavo Duarte: Monster! Und andere Geschichten, Panini 2017

Nachdem ich für Panini zunächst die »Superhelden-Arbeiten« des brasilianischen Zeichners Gustavo Duarte in »Bizarro« und »Rocket Raccoon« als Redakteur betreut habe, präsentieren Alex Bubenbeimer und die Kollegen in Stuttgart nun Duartes eigenständigen Comic-Band »Monster! Und andere Geschichten«.

Darin enthalten sind drei lange fantastische Panel-Erzählungen von Mr. Duarte, die ohne ein einziges Wort auskommen. In den dreifarbig angelegten Geschichten des 1977 geborenen Cartoonisten wird ein Schweinefarmer durch eine Alien-Entführung im wahrsten Sinne des Wortes verwandelt; ein alter, in okkulten Dingen bewanderter Angler tritt gegen riesige Kaiju-Monster aus der Tiefsee an, die seine Stadt angreifen; und zwei Bürovögel flüchten panisch vor dem Sensenmann.

Dabei beweist der von Charles M. Schulz, Bill Watterson, Will Eisner, Al Hirschfeld und anderen beeinflusste Duarte, dass auch er ein Meister des stummen, nichtsdestotrotz aussagekräftigen und schwungvollen grafischen Erzählens ist.

Die deutsche Hardcover-Ausgabe hat ein eigenes Cover und enthält neben einem Vorwort von Sergio Aragonés noch einen exklusiven Anhang mit Interview und Skizzen.

Tommi Musturi: Sozusagen Samuel

Januar 17th, 2017
Tommi Musturi: Sozusagen Samuel, Reprodukt 2016

Tommi Musturi: Sozusagen Samuel, Reprodukt 2016

Nach »Unterwegs mit Samuel« von 2010 schickt der finnische Künstler Tommi Musturi sein merkwürdiges Geisterwesen in »Sozusagen Samuel« ein weiteres Mal auf eine mächtig assoziative, nur bedingt packende Reise.

In deren immer seltsamen und stummen, öfter sogar mal sexuellen Episoden scheint Musturi vor allem die darstellerischen Möglichkeiten des wortlosen Comic-Storytellings in alle Richtungen auszuloten und auszuprobieren. Frei nach dem Motto: Was könnte man denn heute Verrücktes zeichnen, und zerknetet man dabei die Zeit, den Raum, die Fantasie, das Narrative, oder am Besten gleich alles zusammen?

Ein merkwürdiger, bizarr-bunter Comic-Trip aus dem Heimatland der trolligen Mumins, auf dem Samuel zeitweise sogar von Tims treuem vierbeinigen Gefährten Struppi begleitet wird.

Echt eigenartig. Sozusagen.

Bruce Sterling: Pirate Utopia

Januar 11th, 2017
Bruce Sterling: Pirate Utopia, Tachyon Publications 2016

Bruce Sterling: Pirate Utopia, Tachyon Publications 2016

Seit einigen Jahren lebt der 1954 geborene Amerikaner Bruce Sterling, der neben William Gibson zu den Pionieren des Cyberpunk gehört, im texanischen Austin, im kroatischen Belgrad und im italienischen Turin. In seiner Novelle »Pirate Utopia«, die mit einem Vorwort von Warren Ellis als Hardcover und E-Book bei Tachyon Publications erschienen ist, wendet Sterling sich also ganz bewusst der Italienischen Regentschaft am Quarnero bzw. dem Freistaat Fiume zu, der in den 1920ern nach dem Ersten Weltkrieg kurzzeitig existierte.

Sterling macht ihn in seinem Alternativwelt-Szenario zu einem Utopia für Futuristen, die an eine neue sozialistische Weltordnung für das 20. Jahrhundert glauben und sie am liebsten allein mit ihrer Kunst und ihren Gedichten heraufbeschwören würden. Nur wenige – wie der Piraten-Ingenieur Lorenzo Secondari – wissen, dass es für solche Kursänderungen Torpedos braucht, die idealerweise fliegen, und am Besten noch tödliche F-Strahlen.

Dabei präsentiert das von Michael Moorcock, Nick Mamatas, Lavie Tidhar, James Morrow, Alastair Reynolds und anderen Genre-Größen in höchsten Tönen gelobte »Pirate Utopia« eine Art Dieselpunk-Parallelwelt: Adolf Hitler wird in einem Nebensatz gekillt, H. P. Lovecraft und Robert E. Howard arbeiten für den amerikanischen Oberspion/Bühnenmagier Harry Houdini und werben für das Manhattan Project, und auch sonst ist alles ganz kurios. Nie hundertprozentig zwingend, aber immer kurios, und immer mächtig ironisch.

Den Schlüssel zur Geschichte gibt es allerdings erst im Anhang, der aus einem Nachwort des Autors und Redakteurs Christopher Brown, einer Nachbemerkung des treffsicheren Illustrators John Coulthart und vor allem einem langem Interview mit Bruce Sterling selbst besteht. In diesem Interview ordnet er »Pirate Utopia« als seinen umfeldbedingten Beitrag zum italienischen Sujet der fantascienza ein – und als allegorische Warnung, die im grotesk verzerrten Spiegelbild der Alternativwelt und der Alternate History zeigen soll, wie sehr die heutige Politik ihren Bezug zur Wirklichkeit verloren hat, wie leicht sich extreme politische Ideologien vermischen können, und wie heftig die Menschen nach individuellen Lebensmodellen und Lösungen suchen.

Kein einfaches Buch, sogar ein äußerst merkwürdiges Buch, aber auch ein unbestreitbar außergewöhnliches und cooles, herrlich durchgestyltes Buch, das besonders als Hardcover einiges hermacht.

Crossover-Time: Dick Tracy & The Spirit

Januar 3rd, 2017
Calling Dick Tracy! Vol. 1, Tribune Media Services 2013

Calling Dick Tracy! Vol. 1, Tribune Media Services 2013

Chester Goulds Polizist Dick Tracy debütierte  bereits 1931 in seinem eigenen Zeitungscomicstrip, dessen Einfluss nicht unterschätzt werden darf.

Will Eisners maskierter Detektiv Spirit, der 1940 in einer Zeitungsbeilage seinen ersten Auftritt hinlegte, war künstlerisch und handwerklich indes so fortschrittlich, dass er das Comic-Medium bis heute beeinflusst.

Sowohl die retrofuturistischen Fälle des Spirits als auch die Ermittlungen von Dick Tracy wurden im Laufe der Jahrzehnte von anderen Künstlern als ihren Schöpfern gestaltet.

Um die täglichen Zeitungsabenteuer von Dick Tracy kümmern sich seit dem 14. März 2011 so etwa Zeichner Joe Staton und Autor Mike Curtis, die ihren Vorgänger Dick Locher nach 32 Jahren am längsten fortlaufenden Comicstrip der Welt ablösten. Für ihre Strips mit dem Schnüffler im markanten gelben Trenchcoat, die in »Calling Dick Tracy Vol. 1« übrigens im ersten rein digitalen Franchise-Sammelband überhaupt zusammengetragen worden sind, wurden Staton und Curtis inzwischen mit drei Harvey Awards ausgezeichnet.

Am 21. Dezember leiteten die beiden in ihrem »Dick Tracy«-Comicstrip nun sogar ein Crossover zwischen Chester Goulds ikonischem Titelhelden und dem nicht minder ikonischen Spirit von Will Eisner in die Wege, das seit 27. Dezember das Geschehen im Strip in den Zeitungen und im Netz beherrscht.

Noch lässt sich nicht allzu viel über die Story um eine angeblich unsterbliche Femme fatale oder ihre anvisierte Länge sagen, dennoch darf man durchaus jeden Tag gespannt und voller Vorfreude drauf klicken und schauen, was für ein Abenteuer sich Strip für Strip für die beiden Comic-Ikonen entwickelt. Kein so übler Start ins neue Jahr …

Richard Adams (1920–2016) – mit Interview

Dezember 28th, 2016
Richard Adams: »Unten am Fluss – Watership Down«, List, 2012

Richard Adams: »Unten am Fluss – Watership Down«, List, 2012

An Heiligabend ist der Engländer Richard Adams, Autor von »Watership Down«, »Die Hunde des schwarzen Todes«, »Shardik«, »Traveller« und anderen großen Werken der Tierfantasy, im Alter von 96 Jahren verstorben.

Vor allem seine beiden Kaninchen-Bücher – den weltberühmten Roman und das weniger bekannte, jedoch ebenfalls sehr charmante Kurzgeschichtensammlungs-Sequel – habe ich früher unglaublich gerne gelesen. Eine Zeitlang habe ich Adams’ Bücher sogar regelrecht antiquarisch gejagt und u. a. schöne Ausgaben seines Kinderbuches »Die Reise der beiden Tiger« und der illustrierten Märchensammlung »Der eiserne Wolf und andere Geschichten« zusammengetragen.

Darüber hinaus habe ich Mr. Adams vor mehr als zehn Jahren für das Magazin »Phase X« interviewt. War eine witzige Geschichte: Kurz vor Redaktionsschluss und Druck, als das Interview eigentlich schon als gescheitert abgehakt war, meldete sich mit einiger Verspätung dann doch noch die deutsche Agentur, übermittelte die Fragen auf dem klassischem Postweg, und die Antworten kamen dann hier bei mir an.

Nachdem ich eben umsonst ein paar Archiv-Kisten durchwühlte, kam mir in den Sinn, mal in die Adams-Bücher im Regal zu schauen, und tatsächlich, im Schutzumschlag von »Shardik« steckten die kopierten Seiten:

Signatur Richard Adams

Auf einer alten Back-up-Platte habe ich außerdem die Druck-PDFs des Interviews aus »Phase X #2« aufgestöbert und in ein Word-Dokument transferiert – ich glaube, ich habe die Übersetzung damals direkt in InDesign ins Layout getippt, um das ich mich die ersten Ausgaben noch selbst kümmerte.

Nachfolgend die leicht gekürzte Textversion des Interviews aus dem Sommer 2006, dessen Übersetzung nicht perfekt war, aber keine allzu großen körperlichen Schmerzen verursachen sollte:

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Chuck Palahniuk: Jetzt bist du dran!

Dezember 18th, 2016
Chuck Palahniuk: Jetzt bist du dran!, Festa, 2016

Chuck Palahniuk: Jetzt bist du dran!, Festa 2016

Hierzulande erschien von US-Autor Chuck Palahniuk, der die anarchistische Buchvorlage zum gut gealterten Kultfilm »Fight Club« schrieb, zuletzt lediglich die wirre Comic-Fortsetzung zu seinem bekanntesten Werk. Nun aber gibt es endlich mal wieder ein neues Buch von Palahniuk auf Deutsch: Bei Festa kam als Auftaktband der neuen Reihe Must Read Palahniuks Kurzgeschichtensammlung »Jetzt bist du dran! Unvergessbare Geschichten« als E-Book und als toll aufgemachtes Hardcover mit Blickfang-Cover heraus.

Die über 20 Storys sind typisch Palahniuk und auch für den – sicherlich reinhauenden – Erstkontakt geeignet. Bei aller Themenvielfalt haben die heftigen eigenständigen Kurzgeschichten und die lose miteinander verknüpften modernen Tierfabeln im Band eines gemeinsam: Der 1962 geborene Mr. Palahniuk drischt wie gewohnt mit der zynischen Keule auf die moderne Gesellschaft und den Zeitgeist drauf. Entsprechend krass, drastisch, tabulos, fies, ekelig und ungebremst sind seine Storys über Defibrillator-Zombies, mörderische Burning-Festivals, verseuchten Körperschmuck oder rassistische Callcenter-Anrufe.

Trotz zahlreicher Grenzüberschreitungen, die zu seiner schreiberischen Identität und seinem Sound dazugehören, haben die Erzählungen des Amerikaners jedoch stets eine hohe handwerkliche Qualität und literarische Güte.

»Jetzt bist du dran!« ist als sehr ordentliche Übersetzung von „Make Something Up: Stories You Can’t Unread“ aus dem Jahre 2015 eine deutsche Erstveröffentlichung – und eine richtig coole und lesenswerte Sammlung.

Tyler Cross: Angola

Dezember 15th, 2016
Tyler Cross: Angola, Carlsen 2016

Tyler Cross: Angola, Carlsen 2016

Hierzulande kennt man den französischen Szenaristen Fabien Nury in erster Linie für seine Kriegs-Comics »Es war einmal in Frankreich« und »Ich bin Legion« sowie für »Atar Gull«, in dem Nury und Zeichner Brüno vom Schicksal eines Sklaven im frühen 19. Jahrhundert erzählten.

In ihrer Serie »Tyler Cross« haben die beiden sich mittlerweile dem titelgebenden Gangster gewidmet. Schon das erste großformatige Album ließ das Herz jedes Krimi-Fans höher schlagen, und der zweite Band »Tyler Cross: Angola« kommt erneut als exzellent arrangierter Noir-Comic daher.

Diesmal wird Cross von seinen Komplizen betrogen und fährt in Angola ein, dem auch als The Farm bekannten, für seine Härte und Korruption berüchtigten Knast im sumpfigen Süden der USA. Zwischen Mr. Cross, seiner Freiheit und seiner Rache stehen verknackte Mobster, die ihn tot sehen wollen, und brutale Aufseher mit scharfen Frauen und Hunden.

Nury trifft den Ton dieser Gattung Gangster-Krimi perfekt, und die visuelle Stilisierung durch Brüno ist ebenso genial wie die durchdachte Kolorierung der fantastischen Laurence Croix. Besser kann man so eine Geschichte nicht inszenieren! Wer die Parker-Krimis von Richard Stark alias Donald Westlake und ihre Adaptionen durch den schmerzlich vermissten Darwyn Cooke schätzt, ist bei Tyler Cross genau richtig.

Das begeisternde zweite Album verstünde man übrigens sogar ohne den ersten Band, doch den möchte man hinterher keinesfalls missen, also lieber gleich in der richtigen Reihenfolge lesen und genießen.

Rachel Rising 7: Das Finale

Dezember 12th, 2016
Rachel Rising 7, Schreiber & Leser 2016

Rachel Rising Bd. 7, Schreiber & Leser 2016

Terry Moores »Rachel Rising« ist nicht nur eine geradezu abartig gut gezeichnete Horror-Serie in stilsicherem Schwarz-Weiß, sondern auch eine ziemlich verrückte inhaltliche Mischung.

Im finalen siebten Band des ungewöhnlichen Kleinstadt-Horrorschockers bleibt Moore seiner bisherigen Schlangenlinie treu und bringt die Handlungsstränge um Lilith, den Dämon Malus, die untote Rachel und deren perversen Mörder alles in allem ein wenig unspektakulär zu Ende. Kurz vor dem doppelten Showdown hat er sogar noch die Zeit für die sympathischsten Gerichtsmediziner der Comic-Geschichte – und für Witzeleien mit Hentai-Blüten-Halluzinationen, die allerdings in einer der üblichen blutigen Überraschungen münden, die einen immer wieder eiskalt erwischen.

Der mehrfach mit dem Eisner Award ausgezeichnete Mr. Moore, der sich vor Jahren mit der grandiosen Thriller-Seifenoper »Stranger in Paradise« in unsere Herzen schrieb und zeichnete und definitiv zu den wichtigen Vertretern der Creator-Owned-Bewegung des letzten Vierteljahrhunderts gehört, hat sich in »Rachel Rising« eben einfach mal so richtig ausgetobt. Deshalb stehen hier liebenswerte, schräge Figuren echt merkwürdigen Elementen und Entwicklungen gegenüber, und irgendwie ist es nur konsequent, dass der Amerikaner das bis zum Schluss durchgezogen hat.

Was Terry Moore als nächstes macht? Für 2018 hat er eine Rückkehr zu »Stranger in Paradise« angekündigt. Yay …

Neu:

Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen

Backlist:
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