Der neue Corto oder: Das Prequel

Februar 22nd, 2020
Corto Maltese 15, Schreiber & Leser 2020

Corto Maltese Band 15, Tarowean – Tag der Überraschungen, Schreiber & Leser 2020

Anno 1974 präsentierte der Italiener Hugo Pratt (1927–1995) »Die Südseeballade«, das erste Abenteuer seines lässigen, freigeistigen Seemanns Corto Maltese, der mit Ironie und Schlagfertigkeit zu einer Ikone der neunten Kunst wurde – und später teilweise in reichlich, herrlich surreale Meta-Gewässer vorstieß.

1991 erschien der letzte Corto-Comic von Pratt, und erst 2015 setzten Autor Juan Diaz Canales (»Blacksad«) und Zeichner Ruben Pellejero (»Dieter Lumpen«) die Serie fort.

Nach »Unter der Mitternachtssonne« und »Äquatoria« liefern die beiden Spanier in »Tarowean – Tag der Überraschungen« nun sogar die Vorgeschichte zur eingangs erwähnten »Südseeballade« – und somit das Prequel zur gesamten Serie. Der rote Faden ist zuweilen etwas dünn, zudem gehen der Story die Leichtigkeit und das Surreale ab, die viele der besten Pratt-Alben auszeichneten.

Aber wer Corto Maltese seit Langem begleitet, liest dieses eher unerwartete, schön gezeichnete Prequel trotzdem gerne und erfährt, nach welchen Erlebnissen und Ereignissen Corto zu Beginn der »Südseeballade« gekreuzigt im Meer landete, wie auch auf dem Cover des neuen Bandes zu sehen  …

Hubert (1971–2020)

Februar 14th, 2020

Der französische Comic-Autor Hubert (Hubert Boulard) ist im Alter von nur 49 Jahren verstorben, wie die Presse in Frankreich meldet und eben z. B. von Tagesspiegel-Comic-Chefredakteur Lars von Törne getwittert. 49? Da fällt einem wirklich nicht viel zu ein …

Als kleiner Salut, hier zwei ältere Rezensionen von mir zu zwei von Huberts bekanntesten und besten Werken, die auch auf Deutsch erschienen sind damals, beide beim Berliner Reprodukt Verlag.

Petit – Riesen wie Götter, Reprodukt 2015

Petit – Riesen wie Götter, Reprodukt 2015

Petit – Riesen wie Götter

Nach dem deutschen Finalband des Comic-Bestsellers Fables wird es Zeit, sich nach neuen außergewöhnlichen Märchen-Fantasy-Comics für Erwachsene umzusehen … etwa in Frankreich. Aus dem comic-freundlichen Nachbarland stammt z. B. Petit von Szenarist Hubert und Zeichner Bertrand Gatignol. In ihrer Graphic Novel erzählen die beiden von Petit, dem kleinen Sohn eines zwar königlichen und gottgleichen, jedoch durch Inzucht degenerierten Riesen-Geschlechts. Eigentlich soll der winzige Petit, eine Schande für den barbarischen König, gleich nach der Geburt sterben. Doch der Kleine überlebt und genießt fortan den Schutz seiner gigantischen Tante, die sich als Einzige ihrer gewaltigen Sippe dem Verzehr von Menschenfleisch verweigert.

So wächst Petit im Geheimen zu einem jungen Riesen heran, der etwas größer ist als ein normaler Mensch. Doch im Schloss der Kolosse, die wie dekadente Götter leben, ist im Grunde nichts normal. Menschen werden auf der Farm gezüchtet und enden als Snacks und Menüs, jeder treibt es mit jedem, und die menschlichen Wachen sind nicht weniger grausam als ihre halb verrückten Herren und Herrinnen. Und selbst wenn Petit sich zwischen den Welten in eine schöne Menschenfrau verliebt und diese seine Gefühle sogar erwidert, kann er sich der Liebe nicht hingeben aus Angst, dass die Frucht seiner Leidenschaft den Körper seiner Angebeteten sprengen könnte, wie das in seiner Familie mehr als einmal vorkam.

Huberts und Gatignols Petit ist erwachsene Märchen-Fantasy von der feinsten und finstersten Sorte. Indem sie die Märchen-Klischees in mehr als Grimm’sche Härte tunken, treiben sie den Riesen jeden Rest-Hauch von Disney aus. Nebenbei streifen sie historische und moralische Themen im Einzugsgebiet von Dynastien und Traditionen. Die schwarzweißen, ausdrucksstarken und recht giblinesken Comic-Seiten machen dabei genauso viel her wie die Story oder die eingestreuten, illustrierten Prosa-Kurzgeschichten aus dem ‚Buch der Ahnen’, welche die Geschichte des Riesen-Geschlechts aufbereiten. Zusammen mit der schönen Aufmachung des Hardcovers ergibt das ein richtig schönes ‚Comic-Buch’ – wo diese Übersetzung für das englische ‚comic book’ sonst meist daneben geht, passt sie hier wegen des Märchen-Nenners ausnahmsweise mal.

Kein Märchen: Petit ist ein Riese im Comic-Endspurt des Jahres 2015.

Fräulein Rühr-Mich-Nicht-An (Gesamtausgabe)

Fräulein-Rühr-Mich-Nicht-An Gesamtausgabe, Reprodukt 2016

Fräulein-Rühr-Mich-Nicht-An Gesamtausgabe, Reprodukt 2016

Fräulein Rühr-Mich-Nicht-An beginnt im Paris der frühen 30er-Jahre. Die Schwestern Agathe und Blanche arbeiten als Dienstmädchen und könnten ungleicher nicht sein – Blanche ist schüchtern und verschlossen, Agathe geht für ihr Leben gerne Tanzen. Davon kann sie nicht einmal das Treiben des Schlächters der Guinguettes abhalten. Dann wird Agathe durch eine unglückliche Verkettung von Ereignissen ermordet, was der entsetzten Blanche jedoch niemand glauben möchte. Also muss sie selbst ermitteln, und deshalb wird der Bock in diesem Fall nicht zum Gärtner, sondern die Jungfrau zur Prostituierten. Ausgerechnet im exquisitesten Bordell der ausschweifenden französischen Hauptstadt fahndet Blanche auf eigene Faust nach dem Mörder ihrer Schwester. Blanches Unberührtheit hilft ihr, eine Anstellung als unantastbare Auspeitscherin zu bekommen – gleichzeitig zieht sie sich den Zorn einiger intriganter Mädchen zu. Darüber hinaus findet sie am Ort der käuflichen Liebe tatsächlich einen Mann, der sie glücklich machen könnte. Leider hat er ein schwerwiegendes Geheimnis …

Die durch einen Skizzenanhang abgerundete Gesamtausgabe von Fräulein Rühr-Mich-Nicht-An macht nicht nur deutlich, wie stark Marie Pommepuy und Sébastien Cosset die Story unter ihrem gemeinsamen Pseudonym Kerascoët visualisiert haben. Außerdem zeigt der schön aufgemachte Sammelband, dass Hubert letztlich zwei beinahe gleichwertige Storylines geschaffen und nach Auflösung von Blanches Mordermittlung einen weiteren guten Aufhänger gefunden hat, um die Heuchelei und Doppelmoral der damaligen Zeit aufzuzeigen.

Eine mörderisch gute Milieu-Studie.

Endlich Panini-Sticker-Album-Texte!

Februar 13th, 2020
Paninis Marvel-Sticker-Album

Paninis Marvel-Sticker-Album

Das Marvel-Sticker-Album von Panini

Das Marvel-Sticker-Album von Panini

Ich arbeite jetzt seit über elf Jahren als Redakteur für Panini und schrieb in der Zeit tausende Comic-Editorials und Texte zu Bildergeschichten – doch jetzt habe ich zum ersten Mal auch ein paar Texte für eines der legendären, ach was, mythischen Panini-Klebebildchen-Alben verfasst!

Und zwar für das Sticker-Album mit den bedeutendsten Marvel-Meilensteinen zum Sammeln. Es gibt 96 Sticker, das Album liegt diesen Monat diversen Panini-Marvel-Heften bei, damit geht auch die erste Ladung Bildchen einher. Alle Infos hier.

Es sind zwar nur ein halbes Dutzend Begleittexte gegen Ende des Albums, da wir noch ein paar ganz aktuelle Marvel-Crossover-Events in die deutschsprachige Variante der Kollektion mit rein nehmen wollten, aber hey: Texte-fürs-Panini-Sticker-Album sind Texte-fürs-Panini-Sticker-Album!

Das war von Anfang an der Master-Plan. Darauf habe ich mit jedem Spidey- und Batman-Text hingearbeitet. Wirklich.

Well. Ehrlich gesagt hab ich früher ja mehr Magic-Karten (und davor Wrestling-Karten) gesammelt, und wenn Fußball-Sammelbilder zu einer WM oder EM, dann waren das die von Ferrero in Hanuta, Duplo und so weiter.

Egal. Hauptsache Italien, Hauptsache Sticker-Album-Texte! Bam!

2020/1

Februar 4th, 2020

So viele Batman-Editorials, so wenig Zeit …

Wenigstens arbeiten andere Leute daran, mich reich und berühmt (das heißt: noch reicher und berühmter) zu machen, indem sie meine Fiction derzeit in z. B. einen Comic verwandeln, der schon im Frühjahr das Licht der Welt erblickt. Wie eine kleine Drohne, die zum ersten Mal ihr Auge öffnet …

Also. Sorry. Im Januar hat es angesichts Krankheit & Arbeit leider trotz der guten Vorsätze für keinen Blog-Eintrag gereicht, aber wenigstens für zwei Science-Fiction-Kurzgeschichten.

Und ich habe ein neues Notizbuch für Romane und Kurzgeschichten angefangen (da begannen auch zwei der eben erwähnten Storys ihre überraschend rasche Entwicklung), zwecks Finden und Festhalten von Ideen.

Immerhin.

vertont und online: Tannenbaum-Terminator

Dezember 24th, 2019
c't-SciFiCast: Zu Weihnachten täglich eine Hör-Story

c’t-SciFiCast: Zu Weihnachten täglich eine Hör-Story. Illustr: Albert Hulm

Seit diesem Sommer werden ausgewählte Science-Fiction-Kurzgeschichten aus »c’t – magazin für computertechnik« von der Redaktion als Podcast-Lesung vertont und online gestellt.

Über Weihnachten gibt es jetzt sogar ein c’t-SciFiCast-Special mit gleich drei eingelesenen Storys unter dem digitalen Baum, die zwischen Heiligabend und dem zweiten Weihnachtsfeiertag nach und nach online gehen und kostenlos gehört werden können.

Wer nach dem ganzen Schlemmen also nicht mal mehr selbst die Seiten umblättern bzw. weiterscrollen kann oder dringend mal was anderes als Christmasrock und Familienzoff auf die Ohren/Stöpsel braucht …

Den Anfang macht meine Story Tannenbaum-Terminator, die Anfang Dezember in Heft 26/2019 zu lesen war und von Ulrich Hilgefort gesprochen wird.

Hier geht’s zur Podcast-Lesung der Geschichte mit Weihnachtsbäumen und, noch wichtiger, weihnachtlichen axtschwingenden Kampfrobotern.

In diesem Sinne: gelungene oder grinchige Feiertage, ganz wie’s euch beliebt!

The Witcher: Interview mit Andrzej Sapkowski

Dezember 23rd, 2019
The Witcher Bd. 1, Panini 2014

The Witcher Bd. 1, Panini 2014

Alle sprechen über Netflix’ »Witcher«-Serie.

Ich selbst hab noch nicht reingeschaut, weil ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob sie es mir wert ist, mein heiliges Kopfkino zu entweihen. Die Bücher, allen voran die beiden anfänglichen Kurzgeschichtensammlungen und der späte Episodenroman, zählen schließlich zu meinen absoluten Faves, wenn es um Schwert-und-Magie-Stoffe geht. Da bin ich picky und ein Purist.

Aber es ist schon wirklich sehr schön, dass ein europäisches Fantasy-Franchise international und multimedial dermaßen für Furore sorgt seit Jahren – und immer noch neue Höhen erreicht.

Als kleines Weihnachtsgeschenk an die letzten treuen Leser dieses auch 2019 wieder oft arg vernachlässigten Blogs hole ich an dieser Stelle nun einfach mal das Interview aus dem Archiv, das ich 2015 mit dem polnischen Autor und Witcher-Erfinder Andrzej Sapkowski führte, und das damals in Ausgabe 60 der »phantastisch!« abgedruckt wurde.

Die Illustration dieses Beitrag ist eines der Cover zu den Comics rund um den Hexer Geralt, die ich als Redakteur für Panini betreut habe.

Hallo Herr Sapkowski. Im Deutschen wurde die Witcher-Buchserie erst im zweiten Anlauf ein Erfolg. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Nun, ich kann mir gut und gerne Hundert Gründe dafür denken: Das Cover war Scheiße, es gab keine Werbung, und so weiter, und so fort. Der wahre Grund ist schmerzhaft, aber wahr: Die Bücher haben sich nicht so gut verkauft, wie Heyne erwartet hatte, und ich vermute, es war sogar viel schlimmer. Kein Wunder, die Leser erwarteten nicht viel von einem Autor aus dem Nirgendwo. Read the rest of this entry »

Erschienen: Basement Tales #6

Dezember 20th, 2019

Die Pulp-Heft-Reihe »Basement Tales« aus dem Verlag The Dandy is Dead geht in die sechste Runde.

Nach der Science-Fiction-Story »Der letzte Funke« in Heft 2 und der Horror-Geschichte »Wir alle müssen verstummen« in Heft 4 ist in Ausgabe 6 nun meine Geschichte »Für Wald und Königreich« abgedruckt und mit einem Poster geadelt.

Diesmal gibt’s fiese Zauberwald-Fantasy, und ich wage zu behaupten: So eine Einhorn-Story habt ihr vermutlich noch nie gelesen. Genau darum ging es mir beim Schreiben nämlich.

Rückwirkend betrachtet wundere ich mich heute auch nicht mehr, dass sie damals für eine Klassische-liebe-nette-edle-Einhorn-Geschichten-Anthologie verschmäht wurde.

Die anderen Storys im wie immer schick gestalteten und mit Postern bestückten BT-Heft über das Verschwinden von Misses Miller stammen von Tom Daut, Bernhard Stäber, Michael Hess, Lee Hollis und Christian von Aster.

Für 2020 dürft ihr euch auf mindestes drei weitere »Basement Tales«-Wundertüten für Genre-Liebhaber und Pulp-Genießer freuen.

Basement Tales #6, The Dandy  is Dead 2019

Basement Tales #6, The Dandy is Dead 2019

 

 

Comic des Jahres beim Tagesspiegel (Update)

Dezember 15th, 2019
Azzarello/Risso: Moonshine Bd. 1, Cross Cult 2019

Azzarello & Risso: Moonshine 1, Cross Cult 2019

Dieses Jahr gehöre ich zur Jury, die für den Tagesspiegel den Comic des Jahres 2019 kürt.

Bevor am 19. Dezember das Ergebnis in der Zeitung und online veröffentlicht wird, stellen alle Jury-Mitglieder nach und nach ihre fünf persönlichen Favoriten des ablaufenden Comic-Jahres auf der Tagesspiegel-Website vor.

Seit Sonntag stehen meine fünf Favoriten-Picks samt Texten online.

Die Auswahl war gar nicht so einfach, denn auch nach dem Sieben der Highlights haben sich am Ende praktisch noch immer doppelt so viele Comics darum gekloppt, auf der Liste der besten Fünf zu landen. Lange hatte ich z. B. noch »Der Mann meines Bruders«, »Der große Indienschwindel« und »Black Hammer: Doctor Star« zum Brüten und Abwägen und Herumschieben im Ranking, bis ich mich dann wie beim Tagesspiegel zu lesen entschieden habe.

Vom »Mister Miracle Megaband: Darkseid ist«, der als Panini-Redakteur wegen Befangenheit sowieso keine Option war, gar nicht erst zu sprechen.

Den ersten Band von »Moonshine« habe ich als US-Trade übrigens schon mehr als einmal gelesen – ein absoluter Luxus, den ich mir in so kurzer Zeit eigentlich so gut wie nie gönne. Aber Azzarellos und Rissos Werwolf-Schwarzbrenner-Mafia-Gangster-Krimi ist nun mal nicht umsonst mein Comic des Jahres, für den mein literarisches Südstaaten-Herz schlägt.

Update:

Das Endergebnis der Jury findet sich hier. »Negalyod« (den ich bei Erscheinen für diezukunft.de besprochen habe) hat – für mich durchaus überraschend – das Rennen gemacht und sogar noch »Nachts im Paradies« (meine Besprechung für Doppelpunkt) abgefangen.

 

Erschienen: Tannenbaum-Terminator in c’t 26/2019

Dezember 7th, 2019

Wie die alljährliche Jagd auf den perfekten Weihnachtsbaum und die ultimative Weihnachtsbaum-Erfahrung noch aussehen könnte und was ferngesteuerte, axtschwingende Kampfroboter damit zu tun haben?

Das erzähle ich in meiner Science-Fiction-Kurzgeschichte »Tannenbaum-Terminator«, die heute in Ausgabe 26/2019 von c’t – magazin für computertechnik erschienen ist.

Tannenbaum-Terminator, c't #26/2019, heise medien

Tannenbaum-Terminator, c’t #26/2019, heise medien

Die starke Aufmacher-Illustration stammt einmal mehr von Albert Hulm.

c't #26/2019, heise medien

c’t #26/2019, heise medien

So beginnt die Story:

Der Sensor einer Überwachungsdrohne, die in der kalten Nachtluft ihre Kreise zieht, löst einen Alarm aus. Daraufhin setzt sich einer der Kampfroboter unter der schneebedeckten Überdachung mit kaum hörbarem Surren in Bewegung. Das mannshohe Hightech-Gerippe wird von einem Kopf voller Prozessoren, Kabel, Lüfter, Festplatten und Kameras gekrönt. Es sieht aus, als würde der nackte Tod durch den nur vom Schnee und vom Mondlicht erhellten Wald schreiten. Die Killermaschine folgt dem Signal der Drohne, vorbei an Nadelbäumen unterschiedlichster Größe und Form. Ein Stück vom Ziel entfernt bleibt der Roboter stehen. Lediglich sein Blick schweift weiter durch die Dunkelheit.
Unter einer Tanne hoppelt ein Häschen durch den Schnee.
Der Skelettkrieger scheint es eine Weile nachdenklich zu betrachten. Dann wendet er sich ab und geht wieder zurück.
Das Häschen hat ihn nicht einmal bemerkt.

***

Wer die volle Weihnachtsbaum-Erfahrung will, ohne dafür das Haus zu verlassen, kommt zu mir.
Klingt paradox, ich weiß.
Ich ermögliche es meinen Kunden, von zu Hause aus bequem und doch vollkommen authentisch und archaisch auf die Jagd nach dem perfekten Weihnachtsbaum zu gehen – minus den Schnee, die Kälte, den Wind, das Harz und die Nadeln.

Weiter geht’s in c’t #26/2019, seit 7. Dezember gedruckt und digital erhältlich.

Ann Leckie: The Raven Tower

Dezember 4th, 2019
Ann Leckie: »The Raven Tower«, Orbit, 2019

Ann Leckie: »The Raven Tower«, Orbit, 2019

Ich habe dieses Jahr bei Weitem nicht so viele englische Bücher gelesen, wie ich wollte (die Kurzgeschichtensammlung »The Very Best of Caitlín R. Kiernan« liegt z.B. schon seit Februar anklagend auf dem entsprechenden Lesestapel).

Dieser Tage kam ich aber immerhin dazu, Ann Leckies ersten Fantasy-Roman »The Raven Tower« zu lesen, der Anfang 2019 als Hardcover erschien und mittlerweile auch als Taschenbuch vorliegt.

Nachdem die Amerikanerin mit ihren gefeierten Science-Fiction-Romanen an Preisen alles abräumte, was es abzuräumen gibt, war die Erwartung groß – und Leckie hat sie nicht enttäuscht.

Ihre epische Fantasy-Geschichte über das Zusammenspiel von Menschen und Göttern ist nicht nur konzeptionell und natürlich stilistisch anders als das meiste, was man in dieser Ecke zu lesen bekommt, sondern auch auf allen anderen Ebenen sehr, sehr gut.

Pat Rothfuss trifft den Nagel auf den Kopf mit seinem Blurb, dass es eine Freude ist, etwas so andersartiges, wunderbares und seltsames zu lesen.

Mir persönlich waren ein, zwei der »göttlichen« Passagen zwischendurch etwas zu lang, doch das ändert nichts am Gesamteindruck oder dem erfrischenden, anspruchsvollen Fantasy-Lesevergnügen.

Hier gibt’s eine Leseprobe.

Elementar:

Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen

Backlist:
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