Reibeisen-Literatur

März 30th, 2019

Warum stehen die Verlage zur Zeit eigentlich alle auf diesen merkwürdigen partiellen Schleifpapier-Spotlack, der riffelt und reibt und schabt? Verkauft man wirklich mehr Bücher, wenn der geneigte Leser-in-spe sich in der Buchhandlung an ihnen kratzen und schubbeln kann?

Als Bibliophiler möchte man gar nicht genauer drüber nachdenken, was die entsprechenden Reibeisen-Bücher mit ihren Nachbarn im Regal oder auf dem Stapel anrichten.

Okay, ich hab drüber nachgedacht und komme mir immerhin leicht neurotisch vor, wenn ich halbierte Schmierpapiere zwischen die Bücher schiebe. Aber sicher ist sicher …

Mars-Story

März 29th, 2019

Damit ich diese Woche auch noch etwas anderes mache, als Comic-Redaktionstexte über Batman-Schurken und Marvel-Verfilmungen zu schreiben, habe ich  die Lektoratsanmerkungen zu meiner Kurzgeschichte für »Exodus« #40 durchgesehen.

Bei passender Gelegenheit dann mehr zur Ausgabe und zu meiner SF-Story #BackFromMars.

Jetzt im April steht ja eh erst mal die #39 an.

Queen Red Sonja

März 24th, 2019
Red Sonja #1, Dynamite 2019

Red Sonja #1, Dynamite 2019, Cover von Amanda Conner

Die letzten Comic-Serien mit der Roten Teufelin Red Sonja aus Conans Welt haben mich alle nicht überzeugt, egal ob aus der Feder von Gail Simone oder um eine Zeitreise in die Gegenwart.

Die aktuelle US-Serie bei Dynamite, die im Februar 2019 startete, wird nun von Autor Mark Russell (genial: seine »Flintstones«-Neuinterpretation für DC vor einiger Zeit) und Zeichner Mirko Colak (»Conan der Barbar«, »Punisher«) bestritten, und die ersten beiden Hefte haben mir richtig gut gefallen.

Russell setzt auf leise, allgegenwärtige Ironie und liefert nicht die typische Sword-and-Sorcery-Fantasy, trotzdem fangen er und Colak den Spirit von Sonjas und Conans Welt gut ein (und natürlich ist Sonja als Königin eines Staates voller Diebe, Betrüger und Versager ein Augenzwinkern in Richtung der ersten Conan-Prosastory von REH.)

Einzig: Russell hat spürbar etwas zu viel Spaß daran, seinen »bösen« Imperator und Eroberer zu schreiben, der deshalb deutlich mehr Bühnenzeit kriegt als Queen Sonja, die gar nicht so im Vordergrund steht wie sonst. Das schadet der Serie bisher nicht, aber es fällt auf. Mal sehen.

Auf alle Fälle ein guter Auftakt, bei Crom!

Thraxas of Turai

März 21st, 2019
Martin Scott: Thraxas of Turai

Martin Scott: Thraxas of Turai, 2019

Martin Scotts Schwert-und-Magie-Fantasy-Detektiv Thraxas, dessen Debüt 2000 sogar mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet wurde, begleitet mich nun seit fast 20 Jahren.

Thraxas war einer der ersten nichtklassischen, sozusagen moderneren Helden des Genres, die mich nach den Ikonen von Tolkien, Howard und Co. gewinnen konnten. Es war ein wilder Ritt mit Thraxas, den kiffenden Zauberern von Turai, sexy Halb-Ork-Kriegerin Marki in ihrem Kettenhemdbikini, den Stammgästen der Taverne Avenging Axe und den vom alten Rom inpsirierten Fantasy-Stadtstaat:

Die deutschen Cover wurden immer gruseliger und zeigten am liebsten – warum auch immer – Dinosaurier, aus den Orcs wurden in der Übersetzung Orgks, und schließlich endete alles mit einem bösen Cliffhanger, der lange nicht aufgelöst wurde. Martin Scott, eigentlich der schottische, in London lebende Autor Martin Millar, blieb Turai acht Jahre fern, bis er die Rechte an seinen Büchern und Figuren zurückhatte und im Eigenverlag und erst mal nur mit E-Books weitermachte (ich habe Martin damals für die Geek! zu diesem Schritt und Thema interviewt, wie mir gerade wieder einfiel).

Mittlerweile gibt es auch gedruckte Sammelbände und Print-Ausgaben der neuen Romane auf Englisch, aber was Amazon da über seine eigene Plattform aus der digitalen Cloud zieht und by-demand in die physische Welt druckt, ist gerade mal knapp über Copyshop-Niveau – eigentlich die beste Werbung für den Qualitätsstandard, den Verlage und Buchhandel aufrechterhalten.

Das literarische Jahr 2019 begann jedenfalls mit einem neuen Thraxas-Roman, »Thraxas of Turai«, Buch Nummer elf – und ich habe das erst drei Monate nach Erscheinen mitbekommen, weil der Facebook-Algorithmus ein Arsch ist. Der Roman selbst? In Ordnung. Ein bisschen zäh in der Mitte, denn der Krimifall zündet nie wirklich und entpuppt sich am Ende obendrein als weitgehend nutzlos, doch die Stimmung im großen Patchwork-Heer auf dem Feldzug sowie das ewige Geplänkel zwischen den Lieblingsfiguren entschädigt für vieles, sowieso mit dem Thraxas-Bonus.

Und natürlich hofft man nach dem Lesen der letzten Seite von »Thraxas of Turai« und dem neuerlichen Cliffhanger, dass der nächste Band nicht zu lange auf sich warten lässt.

c’t: Nicht während meiner Schicht!

März 18th, 2019

In Ausgabe 7/2019 von »c’t – magazin für computertechnik« ist meine Science-Fiction-Krimi-Kurzgeschichte »Nicht während meiner Schicht!« erschienen.

c't 7/2019, Heise Medien

c’t 7/2019, Heise Medien

Die Story schildert aus der Ich-Perspektive den Arbeitstag einer verheirateten, diensterfahrenen KI-gesteuerten Polizeidrohne in einer nahen Zukunft, die ein Problem mit Drogen, KI-Diskriminierung und Hightech-Waffen hat.

»Nicht während meiner Schicht!« stellt nach »Lufthoheit« meine zweite Drohnen-Kurzgeschichte in c’t dar – die nächsten Kandidaten kommen dann erst mal ohne Flugobjekte aus, ob unbemannt oder beseelt.

Die coole Aufmacher-Illustration zur Story stammt von Albert Hulm aus Berlin und ist ein echter Eyecatcher.

war »Narben machen sexy«, und

»Nicht während meiner Schicht!« in  c’t #7/2019

My Name Is Earl

März 15th, 2019
My Name Is Earl, Staffel 1

My Name Is Earl, Staffel 1

My Name Is Earl.

Auch schon wieder eine ganze Weile her.

Bzw.: Lange nicht mehr gesehen, aber sofort wieder gemocht und mehr als eine Folge gestreamt.

Kann man eigentlich Joe R. Lansdales Südstaaten-Krimis mit ihrem in vielen Fällen unbestreitbarem White Trash-Faktor abfeiern, und dann My Name Is Earl nicht mögen?

Überhaupt, My Name Is Earl nicht mögen?

Ich bezweifle, dass das möglich ist.

Und wenn, dann gäb’s für so ein Verhalten bestimmt schlechtes Karma.

 

Still On My Mind

März 12th, 2019
Dido: Still On My Mind, 2019

Dido: Still On My Mind, 2019

Das neue Album von Dido.

Ein paar Nummern stapfen etwas zu heftig und haben etwas zu viel Beat und Wumms – aber auf »Still On My Mind« sind alles in allem wieder jede Menge schöner Songs drauf.

Außerdem erinnert einen das neue Album (das ziemlich viel Herzschmerz abstrahlt) daran, wie gern man früher Didos Hits »Life for Rent« und »White Flag« (oder »Stan« mit Eminem) gehört hat, und von den beiden zuerst genannten Nummern gibt es gelungene Unplugged- bzw. Acoustic-Versionen. Dasselbe gilt für z.B. »Hurricanes« von der neuen Scheibe.

Das als musikalisches Intermezzo. Hey, es kann ja nicht immer um Bücher, Bildergeschichten und Barbaren gehen …

Neue Conan-Comics, Crom!

März 6th, 2019

Crom!

Conan the Barbarian #1, Asrar Variant, Marvel 2019

Conan the Barbarian #1, Mahmud Asrar Variant, Marvel 2019

Wenn sich um meine Tastatur herum wahre Gebirgszüge aus Conan-Comics und Conan-Büchern erstrecken und ich vormittags spontan mal in Conan der Barbar mit Schwarzenegger zappen und eine bestimmte Stelle der Synchro suchen muss (dank Amazon Prime, wo der Streifen derzeit in der Stream-Flat enthalten ist, muss man nicht mal mehr die DVD raussuchen), dann ist es wieder so weit: Bei Panini stehen neue (und neue alte) Comics zu Robert E. Howards Barbaren Conan in den Startlöchern!

Conan ist zurück bei Marvel, und das merke ich inzwischen auch an meinen Deadline-Plänen. Nachdem wir vor einer Weile bereits den ersten Hardcover-Omnibus mit Marvels 70er-Jahre-Klassiker »Conan the Barbarian« auf den Weg gebracht haben, widmen wir uns nun den neuen Serien von Jason Aaron, Mahmud Asrar, Gerry Duggan, Ron Garney und Co.

Das Interview mit Zeichner Mahmud ist im Kasten und übersetzt, jetzt müssen noch die Redaktionsseiten für den ersten neuzeitlichen Barbaren-Blockbuster geschrieben werden. Und ja, das erste US-Heft von Barbarian war ein Knüller, danach war die Serie immer interessant und stimmig vom Sound und Look her – und die ersten beiden US-Ausgaben von Savage Sword waren sogar richtig schön badass. Freut euch drauf.

Witzige Synchronizität: Mit einem Editorial zu einem Conan-Comic von Joe R. Lansdale und Timothy Truman feierte ich vor ziemlich genau zehn Jahren (zwei Wochen rauf und runter) meinen offiziellen Einstand bei Panini, damals noch in die Wege geleitet vom schmerzlich vermissten Zen-Meister Kups.

Lust auf Klassiker

Februar 28th, 2019
Der Herr der Ringe, Klett-Cotta 2000

Der Herr der Ringe, Klett-Cotta 2000

Die zur Verfügung stehende Lesezeit wird es kaum erlauben, aber in letzter Zeit verspüre ich große Lust, mal wieder so ein paar meiner (»persönlichen«) Klassiker ein weiteres Mal zu lesen, um sie in dem einen oder anderen Fall vielleicht auch mit gereiftem Genre-Einfühlungsvermögen neu zu betrachten oder unter anderen Aspekten zu goutieren.

Den »Sherlock Holmes«-Kanon von Sir Arthur Conan Doyle, den ich seit meiner letzten intensiven Holmes-Beschäftigung als Autor nicht mehr angefasst habe.

Die volle Mittelerde-Dröhnung mit J. R. R. Tolkiens »Das Silmarillion«, »Der Hobbit« und »Herr der Ringe«.

Bram Stokers »Dracula« habe ich ebenfalls ewig nicht mehr gelesen.

Auch Robert E. Howards »Conan«-Zyklus wäre mal wieder dran, genauso wie Fritz Leibers Geschichten über Fafhrd und den Grauen Mausling.

Und mit meinem Reread aller »Scheibenwelt«-Romane von Terry Pratchett bin ich auch nicht so weit gekommen, ehrlich gesagt.

Früher war es ein Ritual, dass ich einmal im Jahr den »Hobbit« gelesen habe, egal wann, egal ob auf Englisch oder auf Deutsch. Wenn ich mich nicht täusche, kam ich so auf 13, 14 Durchgänge bis in meine 20er; und Kenneth Grahames »Der Wind in den Weiden« hat es wenigstens ein paar Jahre lang geschafft, jährlich gelesen zu werden.

Die Buchneuheiten, die sich kurz vor der Leipziger Buchmesse hier schon wieder stapeln, sind natürlich spannend und interessant und in vielen Fällen lesenswert, und es gehört zu diesem Job, am Ball und am Puls zu bleiben – aber hin und wieder wäre ein bisschen mehr Freiraum für alte Lieben und Klassiker schon schön.

Aber irgendwann wird dem Ruf von Mittelerde, Transsylvanien oder 221B sicher wieder nachgegeben.

Viel los, nur nicht im Blog

Februar 21st, 2019

Warren Ellis bloggt wieder.

Ich habe dieses Jahr, dummerweise, noch gar nicht gebloggt – ja, ich weiß, ich habe nicht mal die Wednesday Comic-Rubrik fortgeführt, Schande über mich.

Aber ich habe gearbeitet. Viel gearbeitet schon wieder.

Und endlich auch mal wieder Fiction geschrieben. Und zwei der neuen Geschichten (ja, Plural) direkt verkauft. Plus: Eine Story, die seit einem Jahr auf Abdruck wartet, findet wohl im März endlich ihren Weg in die Öffentlichkeit (behaltet die c’t im Auge).

Es warten also durchaus ein paar Blog-Einträge in der nahen Zukunft.

Oh, und ich habe ein neues Autorenfoto.

Noch ein Endlich, schätze ich.

Elementar:

Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen

Backlist:
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