Denis Johnson (1949–2017)

Denis Johnson: Jesus' Sohn, Rowohlt, 2007

Denis Johnson: Jesus’ Sohn, Rowohlt, 2007

Der deutsch-amerikanische Schriftsteller Denis Johnson ist im Alter von 67 Jahren gestorben.

Bei dieser Schlagzeile hat’s mich heute Morgen kurz geschüttelt. Nicht, weil ich ein langjähriger Bewunderer gewesen wäre, im Gegenteil, sondern weil ich just letzte Woche zum ersten Mal überhaupt etwas von ihm gelesen habe – nämlich seine berühmte Kurzgeschichtensammlung »Jesus’ Sohn«, die auch verfilmt worden ist, und die mich ziemlich beeindruckt hat.

Das Mängelexemplar der deutschen Hardcover-Ausgabe (ich weiß nicht mal mehr, wo ich’s mitgenommen habe, oder wann) lag ewig und drei Tage hier herum und fiel mir bei jedem Umräumen oder Neusortieren der Stapel ungelesener Bücher – jedes Mal von einer weiteren Schicht Staub bedeckt – in die Hände.

Vergangene Woche hatte ich von der Arbeitslektüre her mal ein bisschen Luft, wollte jedoch keinen Roman anfangen, und da lag die Sammlung zufälligerweise wieder ganz oben auf einem kürzlich umgesiedelten, provisorisch errichteten Buchstapel; also hab ich kurzerhand die Staubschichten abgewischt und einfach vor dem Schlafengehen immer drei, vier Storys gelesen.

Johnsons episodenhafte Junkie/Krimi-Kurzgeschichten in »Jesus’ Sohn« haben fast 25 Jahre auf dem Buckel und wollen in ihrer Abgefahrenheit eigentlich gar nicht vollständig Sinn ergeben. Trotzdem sind sie ganz fein geschrieben und genüsslich zu lesen, selbst wenn man sie nie ganz ergründen kann oder sortiert kriegt in ihrer Chronologie und Sprunghaftigkeit.

 

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