Manuele Fior: d`Orsay-Variationen

Manuele Fior: d`Orsay-Variationen, Avant 2016

d`Orsay-Variationen, Avant 2016

Spätestens seit seinem überzeugenden Science-Fiction-Comic »Die Übertragung« muss man den Italiener Manuele Fior, der lange in Berlin wohnte und inzwischen in Paris lebt und arbeitet, auf dem Zettel haben.

In seinem neuesten Comic-Album »d`Orsay-Variationen« setzt der vielseitige Künstler dem Impressionismus und dem Pariser Museum für Impressionistische Malerei ein Denkmal. Seine Panel-Geschichte überwindet die Grenzen von Gegenwart und Vergangenheit ebenso mühelos wie die von Wirklichkeit und Traum – und kommt so ironischerweise immer mal ganz schön surrealistisch daher, was die gegenwärtige Museums-Rahmenhandlung zwischen den historischen Episoden aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angeht.

Dabei erklärt der 1975 geborene Fior nichts und niemanden, und vermutlich hätte dem Album ein Anhang mit ein paar zusätzlichen Fakten zu den Protagonisten keineswegs geschadet. Dennoch lässt der italienische Wandervogel die großen Namen des Impressionismus – der Kunst und der Kunstgeschichte, wenn man so möchte – und einen der wichtigsten Ausstellungsorte dieser malerischen Strömung auf vielerlei Art und Weise lebendig werden. Noch wichtiger, er lässt sie interessant werden, und zwar völlig unabhängig davon, was man nun über Degas, Renoir und Co. weiß, oder eben nicht.

Und das ist ohne jeden Zweifel eine Kunst für sich.

 

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