Archive for the ‘Wednesday Comic’ Category

Wednesday Comic: Invincible

Mittwoch, September 12th, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Robert Kirkmans Superhelden-Saga

Invincible Ultimate Collection 12, Image 2018

Invincible Ultimate Collection 12, Image 2018

Sorry, irre viel zu tun, deshalb letzte Woche auch kein Beitrag.

Aber immerhin diese Woche die Ansage, dass die schon eine Weile abgeschlossene Image-Serie »Invincible« von Robert »The Walking Dead« Kirkman, Ryan Ottley, Cory Walker & Co. der beste Superhelden-Comic der letzten 20 Jahre war, der auf Deutsch nie eine faire Chance bekam.

Haltet also zumindest eure 12 Hardcover-Bände der amerikanischen Ultimate Collection in Ehren, oder eure US-Hefte oder Trades.

Was für ein

packender
wuchtiger
rührender
grandioser
epischer
blutiger
krasser

Superhelden-Knaller und Science-Fiction-Kracher.

Wednesday Comic: Black Magick 2

Mittwoch, August 29th, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Hardboiled-Hexe

Black Magick 2, Splitter 2018

Black Magick 2, Splitter 2018

Wir bleiben bei ungewöhnlichen Schreibweisen des englischen Wörtchens Magic für Magie …

Endlich geht es mit »Black Magick« von Greg Rucka und Nicola Scott weiter, nachdem die Creator-Owned-Serie, die im englischsprachigen Original bei Image und in deutscher Übersetzung als großes Hardcover bei Splitter erscheint, u. a. wegen der »Wonder Woman«-Saga des Amerikaners und der Australierin pausieren musste.

Der gar nicht so einsteiger-unfreundliche zweite Band beginnt mit einem Flashback: Schon als Mädchen wurde Rowan Black mit dem schmerzhaften Erbe ihrer Hexenfamilie konfrontiert. Als Erwachsene arbeitet sie nun für die Polizei, und alles wird noch schwerer – Dämonen greifen an, Hexenjäger und Dienstaufsicht beobachten sie, und ihr Partner misstraut ihr.

Autor Rucka nimmt die Mischung aus Hexen-Urban-Fantasy und Cop-Krimi ernst, ohne eines der beiden Elemente oder Subgenres vorzuziehen. Zeichnerin Scott sorgt mit ihren weichen Graustufenbildern und den raren magischen Farbmomenten derweil dafür, dass »Black Magick« nach wie vor eine der schönsten US-Serien auf dem Markt ist.

Schade, dass die beiden immer so lange für die Fortsetzung brauchen. Aber vielleicht geht es für die Wicca nun schneller voran, da die Wunderfrau nicht mehr dazwischen funkt.

Wednesday Comic: Mystik U

Mittwoch, August 22nd, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Zatanna auf der Zaubererschule

Mystik U TPB, DC 2018

Mystik U TPB, DC 2018

Alisa Kwitney schrieb schon einige Comics aus dem »Sandman«-Universum von Neil Gaiman, die Mädels-Graphic-Novel »Token« mit Joelle Jones und Romane wie »Mein Mann, der Klempner und ich« (sic & autsch).

Ihre neueste Arbeit ist »Mystik U«, eine dreiteilige Comic-Miniserie, die von DC in den USA bereits als Sammelband zusammengefasst wurde.

Mit tatkräftiger Unterstützung von Zeichner Mike Norton (»Revival«, »Lil’ Donnie«) verpflanzt Kwitney die Rückwärtszauberin Zatanna als Jugendliche in ein Taschenuniversum, wo Z mit Faust Jr., dem unerfahrenen Sargon, der jungen Enchantress aus Suicide Squad und anderen Magischhochbegabten auf eine Zauberer-Akademie geht, die u. a. von Rose Psychic un Dr. Occult überwacht wird. Das alles dient dem Zweck, herauszufinden, wer von ihnen ein alles vernichtendes Übel in die Welt entlassen wird …

Wie Kwitney und Norton Zatanna und ihre Freunde an der außergewöhnlichen Schule in Szene setzen, weiß zu gefallen. Kwitney trifft den Ton, ist sich des Vertigo-Erbes der verjüngten Figuren bewusst und befolgt die Regeln des Zaubererschulen-Subgenres.

Die größte Schwäche der Miniserie ist, dass das Konzept im Stile von Gotham Academy für mehr Kapitel hätte herangezogen werden müssen. Drei läppische Episoden reichen nicht, um alle Stärken auszuspielen – und erst recht nicht, um den Spirit der Story zu etablieren und, kaum das man sich an der Schule wohl fühlt, mit einem schnöden, überhasteten Endkampf in die Ferien geschickt zu werden.

In »Mystik U« hätte viel mehr Potential gesteckt.

Doch da ist dann wohl der Serienneustart von Justice League Dark um Zatanna dazwischen gekommen.

Wednesday Comic: Tyler Cross: Miami

Mittwoch, August 15th, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Parkers Erben

Tyler Cross: Miami, Carlsen 2018

Tyler Cross: Miami, Carlsen 2018

Unglaublich, aber wahr: Die Tyler Cross-Alben von Vielschreiber Fabien Nury, Zeichner Brüno und Koloristin Laurence Croix werden mit jedem Band noch etwas besser.

Im druckfrischen dritten Album »Miami« verschlägt es den knallharten Berufsverbrecher im Anzug nach Miami, wo er einem Baulöwen das große Geld aus einem Schwindel abluchsen will. Das fängt mit Beton an und endet, natürlich, in Blei und Blut.

Nurys kriegt Story, Ton, Tempo und Wendungen auf knapp 100 Seiten perfekt hin, während die visuelle Stilisierung des Ganzen durch Brüno und Croix nach wie vor als etwas Besonderes herausragt.

Deshalb sind sie und ihr Ganove auch die legitimen Nachfolger von Donald Westlake (alias Richard Stark) und seinem Antihelden Parker.

Muss man lesen, wenn man Gangster-Krimis mag.

Wednesday Comic: Doktor Aphra

Mittwoch, August 8th, 2018

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Antiheldin im Krieg der Sterne

Star Wars: Doktor Aphra 2, Panini 2018

Star Wars: Doktor Aphra 2: Unglaublicher Reichtum, Panini 2018

Seit einer Weile erscheinen die Comics zu »Star Wars« in den Staaten wieder bei Marvel. Jason Aaron (»Scalped«, »Thor«), Kieron Gillen (»The Wicked + The Divine«, »Thor«) und andere Kreative kümmern sich um die offiziellen neuen Panel-Geschichten aus einer weit, weit entfernten Galaxie.

Die gelungenste und beste Ergänzung des multimedialen »Star Wars«-Mythos der neuen Marvel-Ära ist dabei fraglos Doktor Chelli Aphra, die als britische Co-Produktion von Gillen und Zeichner Kev Walker (»Thunderbolts«) eingeführt wurde: eine geradezu skrupellose Archäologin, Gaunerin und Waffenhändlerin, deren Opportunismus dazu führt, dass sie sich mit Darth Vader genauso verbündet wie mit Luke Skywalker. Zu ihrer Crew gehören ein Wookie-Kopfgeldjäger und zwei irre Folter-Droiden, die Spaß am Töten haben.

»Doktor Aphra: Unglaublicher Reichtum« ist nach einem Crossover und diversen Gastauftritten in den anderen »Star Wars«-Serien der zweite Sonderband, den die Kollegen in Stuttgart der gierigen Antiheldin widmen – und er untermauert Aphras Anspruch darauf, die größte Bereicherung des modernen SW-Kanons zu sein.

Bleibt die Frage: Wann kriegt Dr. Aphra eine eigene TV-Serie?

Wednesday Comic: Bug! The Adventures of Forager

Mittwoch, August 1st, 2018

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Kirby-Craziness & Allred-Pop

Bug! TPB, DC Young Animal, 2018

Bug! TPB, DC Young Animal, 2018

Noch mal DCs Young Animal-Imprint unter der kreativen Aufsicht von Gerard Way.

Den amerikanischen Pop-Art-Zeichner Mike Allred muss man einfach kennen und lieben: Für »X-Statix« mit Peter Milligan, das als TV-Serie adaptierte »iZombie« mit Chris Roberson, die Aushilfs-Fantatic Four in »FF« mit Matt Fraction, »Silver Surfer« mit Dan Slott – oder für seinen eigenen Helden Madman. Als nächstes wird er sich übrigens um Dick Tracy kümmern.

Mit seinem Bruder/Autor Lee und seiner Ehefrau/Koloristin Laura hat Doc Allred zuletzt aber erst mal »Bug! Adventures of the Forager« inszeniert, eine bunte, verrückte und unterwegs etwas anstrengende Würdigung von Jack Kirby und seinem verwirrten Neuen Gott, der sich für einen Käfer hält.

Dabei bringen die Allreds sogar Kirbys originalen Forager zurück, den Thanos-Schöpfer Jim Starlin und Hellboy-Vater Mike Mignola 1988 in ihrer Miniserie »Cosmic Odyssey« sterben ließen.

Das Ergebnis: Viel Kirby-Craziness mit Sandman, Deadman und dem Manhunter als Gaststars – und am Ende zwar zu viel des Guten, aber für Fans von Kirby und Allred zum Aushalten und Schmunzeln.

Wednesday Comic: Cave Carson Has A Cybernetic Eye

Mittwoch, Juli 25th, 2018

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Heldenhafter Höhlenforscher

Cave Carson Has A Cybernetic Eye Vol. 1, DC 2017

Cave Carson Has A Cybernetic Eye Vol. 1, DC Comics 2017

1960 debütierte Cave Carson bei DC Comics als heldenhafter Höhlenforscher und Abenteurer im Schatten von Jack Kirbys Challengers of the Unknown.

Der frühere My Chemical Romance-Frontmann Gerard Way (»Umbrella Academy«), Co-Autor John Rivera und Ausnahmezeichner Michael Avon Oeming (»Powers«) haben die Figur unter dem Young Animal-Label nun gewissermaßen neu erfunden und noch deutlicher in Richtung Science-Fiction ausgerichtet.

Die ersten beiden US-Sammelbände der bunten Serie »Cave Carson Has A Cybernetic Eye« versprühen einen Vibe, der den King of Comics Kirby, Edgar Rice Burroughs, H. P. Lovecraft und Grant Morrison gleichermaßen remixt. Ziemlich abgedrehtes Zeug ist das, in das Way und Co. auch noch den Antihelden Wild Dog reinwerfen, der zuletzt in er TV-Serie »Arrow« aufgegriffen worden war.

Schade, dass es etwas zu viel wird, als sich die Handlung nach Supermans Gastauftritt in Heft 7 von 12 aus dem außerirdisch wirkenden Untergrund in die Parallelwelten des Multiversums verlagert, denn in der ersten Hälfte macht die pulpige, bunte Auftaktgeschichte durchaus Spaß.

»Mother Panic« bleibt also die stärkste Serie unter Ways wildem Label, aber der alte Höhlenforscher Cave Carson ist spannender und cooler, als erwartet.

Wednesday Comic: Ein Mann – Ein Abenteuer 1

Mittwoch, Juli 18th, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Mounties und Macumba

»Ein Mann ein Abenteuer 1«, Schreiber & Leser 2018

»Ein Mann ein Abenteuer 1«, Schreiber & Leser 2018

Der Verlag Schreiber & Leser arbeitet sich nicht nur durch eine Neuausgabe von Hugo Pratts abenteuerlichem Comic-Klassiker »Corto Maltese«, der Frank Miller genauso beeinflusste wie Mike Mignola oder Eduardo Risso. Mit dem frisch erschienenen Album »Ein Mann – Ein Abenteuer 1: Jesut Joe • La Macumba del Gringo« liegt nun auch noch ein Band vor, der zwei von Pratts Beiträgen zur berühmten italienischen Reihe »Un uomo un’avventura« sammelt, die in den 70ern entstanden.

Die erste überraschend blutige Geschichte widmet sich dem kanadischen Ureinwohner Jesuit Joe, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts wie eine Laune des Schicksals durch den Norden unter dem Schutz der Mounties lügt und mordet. »Jesuit Joe« wirkt wie eine konsequente, drastische Opfergabe an Jack London, den Cortos Schöpfer als Autor verehrte. Dass Pratts skizzenhafte Storyboards zur späteren Verfilmung die ursprüngliche Panel-Story hinterher ergänzen und so weit wie möglich fortführen, stört kein bisschen.

Die zweite Story, die im fiebrigen, abergläubischen Brasilien übernatürliche Macumba-Magie, weltliche Kriege und fleischliche Gelüste miteinander verbindet, ist ungeheuer stark und sexy gezeichnet – aber auch ungeheuer verwirrend, was Personal und Plot angeht. Wer schon Probleme hatte, der einen oder anderen surrealistischen Corto-Episode zu folgen, wird sich an »La Macumba del Gringo« erst recht die Zähne ausbeißen.

Vermutlich wäre ein dünnerer Band mit allein dem brutalen Streifzug von Jesuit Joe, wie er kürzlich in den USA veröffentlicht wurde, die bessere Wahl gewesen. Andererseits freuen sich Pratt-Komplettisten über jedes Stück und jede Rarität. Im Februar folgt ein zweiter Band mit »Westlich von Eden« und »Svend«.

Wednesday Comic: Hellblazer Vol. 18: The Gift

Mittwoch, Juli 11th, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Constantine at his best

Hellblazer Vol. 18, DC Vertigo 2018

Hellblazer Vol. 18, DC Vertigo 2018

Dank der neuen amerikanischen »Hellblazer«-Sammelbände kann man als Neuleser gar nichts falsch machen und eine der besten Horrorcomic-Serien aller Zeiten chronologisch in 300-Plus-Seiten-Wälzern auf genau dem richtigen Papier genießen. Als Hardcore-Fan kann man wiederum noch mal alle Comics über den zynischen Okkultisten John Constantine zum zweiten oder dritten Mal goutieren.

Allerdings wundert man sich dann vielleicht, dass man fast vergessen hat, wie gut der Run des englischen Autors Mike Carey war. Warum eigentlich? Careys »Hellblazer«-Saga, die ursprünglich zwischen 2002 und 2007 erschien, hatte wirklich alles, was gute Geschichten über den kettenrauchenden, hoch pokernden Trickser im Trenchcoat brauchen. 

Mike Carey kennt man primär für die »Sandman«-Forsetzung »Lucifer«, deren sehr freie TV-Adaption im Sommer dankenswerterweise von Netflix gerettet wurde, für allerhand Comics mit den X-Men, für seine eigene referenzreiche Fantay-Serie »The Unwritten« und für den ungewöhnlichen Zombie-Roman »The Girl with all the Gifts«, der verfilmt wurde.

Im 18. »Hellblazer«-Trade »The Gift« lässt Carey seinen Antihelden gegen dessen dämonische Familie antreten, was den Run auf seinem Höhepunkt  mit den Anfängen von Constantines erster Soloserie unter Autor Jamie Delany und der Bluttransfusion durch Satans finsteren Diener Nergal verknüpft. Doch auch Gemma, Chaz, Constantines böser Zwilling, der Teufel höchstpersönlich und sogar Swamp Thing haben ihre Momente. Und wie Zeichner Leonardo Manco Constantines neuerlichen Trip in die Hölle visualisiert, ist einfach der Hammer, während Giuseppe Camuncoli und Frazier Irving als Gastzeichner den kreativen Luxus verdeutlichen, der den Vertigo-Klassiker viele Jahre lang kennzeichnete.

Kürzlich ging es hier um den perfekten Sommer-Comic. Hier hätten wir nun den perfekten »Hellblazer«-Comic. Das Titelbild stammt übrigens von John »Hitman« McCrea.

 

Wednesday Comic: Eine Schwester

Mittwoch, Juli 4th, 2018

In dieser Rubrik wird jeden Mittwoch einer der Comics vorgestellt, die ich kürzlich aus privatem oder beruflichem Interesse gelesen habe. Mittwoch, der traditionelle Release-Day der Comic-Verlage in den Staaten, scheint mir der passende Tag für diese Texte zu sein.

Der perfekte Sommer-Comic

EIne Schwester, Reprodukt 2018

Eine Schwester, Reprodukt 2018

Bastien Vivés gehört zu der jüngeren Generation französischer Comic-Macher, deren vielseitige Vertreter von den frankobelgischen Meistern ebenso beeinflusst wurden wie von japanischen Animeserien und amerikanischen Helden. Die starke »Dragonball«-Hommage »LastMan«, die Vivés zusammen mit Balak und Sanlaville inszenierte, musste hierzulande leider frühzeitig auf Eis gelegt werden – dafür brillierte zuletzt z. B. der von Vivés mitgestaltete Panel-Krimi »Olympia«.

Gerade ist bei Reprodukt außerdem der Einzelband »Eine Schwester« erschienen, eine wunderbar sommerliche Geschichte über das Erwachsenwerden im Urlaub. Strand, Familie, Lagerfeuer, Dorfjugend, Pokémon, ein wunderschönes Mädchen, Freundschaft, Sex – alles drin, was eine gute Coming-of-Age-Geschichte braucht. Vivés digitale Zeichnungen reduzieren und akzentuieren dadurch alles noch massiver.

Es wäre zu einfach, Vivés leichten und einfühlsamen, stellenweise überraschend erotischen Comic-Roman nur als den gefühlsmäßigen Nachfolger zur viel gelobten Graphic Novel »Ein Sommer am See« von den Tamakis zu bezeichnen, zumal »Eine Schwester« subjektiv der bessere Comic ist, da man noch mehr in die Sommertage des dreizehnjährigen Antoine und der sechzehnjährigen Helene hineingezogen wird. Doch »Eine Schwester« darf sich gern zu »Ein Sommer am See« ans Lagerfeuer der Aufmerksamkeit setzen, wenn das hilft, dass möglichst viele Feuilletonisten und Leser den Band für sich entdecken.

Mit »Eine Schwester«, dem perfekten Sommer-Comic, beweist Bastien Vivés einmal mehr, dass er einer der besten Comic-Erzähler Europas ist.

Neu:

Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen

Backlist:
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